Gastrointestinale Infektionen

Patientenproben erreichen die mikrobiologischen Labore der MHH.© DZIF/scienceRELATIONS

Weltweit sterben jährlich rund drei Millionen Menschen infolge einer Magen-Darm-Infektion. Durchfallerkrankungen sind für ca. 2,5 Mio. Todesfälle pro Jahr verantwortlich (4% aller Todesfälle, 15% der Todesfälle bei Kindern bis 5 Jahren, WHO 2008), Die wichtigsten Durchfallerreger sind Campylobacter jejuni/coli, Salmonella, Shigella, Escherichia coli, Yersinia enterocolitica, Vibrio cholerae, Clostridium difficile, Rotaviren, Noroviren und Entamoeba histolytica. Neben den Durchfallerregern ist einer der bedeutendsten Krankheitserreger des Magen-Darm-Trakts Helicobacter pylori. Eine Infektion mit diesem Bakterium, von der jeder zweite Mensch betroffen ist, ist Hauptursache für die Entstehung von Magengeschwüren und Magenkrebs (ca. 0,5 Mio. Krebsfälle pro Jahr). Gegen keinen der bedeutenden Krankheitserreger des Magen-Darm-Traktes gibt es wirksame Impfstoffe. Zudem sind die bestehenden Behandlungsmöglichkeiten vielfach unzureichend. Hier besteht dringender Forschungs- und Entwicklungsbedarf.

Die Thematische Translationseinheit (TTU) „Gastrointestinale Infektionen" zielt auf eine verbesserte Diagnose, Behandlung und Vorbeugung bakterieller Infektionen des Magens und des Darms. Dadurch soll die Zahl der Erkrankungen und der infektionsbedingten Todesfälle verringert werden. Die TTU verfolgt dabei den Ansatz, neue Behandlungsstrategien zu entwickeln, die sich selektiv gegen einen spezifischen Krankheitserreger oder bestimmte Erregergruppen richten. Bisherige Therapien schädigen krankheitsverursachende (pathogene) und natürliche (kommensale) Magen-Darm-Organismen meist gleichermaßen.

Ein weiterer wichtiger Forschungsschwerpunkt ist die Entwicklung von Therapien, die die natürliche Bakterienflora des Darms während der Behandlung gegen die krankheitsverursachenden Erreger schützen.

Forschungsschwerpunkte

  • Entwicklung von Inhibitoren, die sich gegen die Virulenzfaktoren von Magen-Darm-Keimen wie EHEC, Salmonellen und Helicobacter pylori richten
  • Entwicklung eines Impfstoffes gegen Helicobacter pylori
  • Die Zusammensetzung und Funktion der natürlichen Magen-Darm-Flora und ihre Rolle bei der Entstehung und Prävention von gastrointestinalen Erkrankungen

Beteiligte Standorte

Hannover-Braunschweig
Tübingen
München

Ansprechpartner

Interview mit Sebastian Suerbaum, TTU "Gastrointestinale Infektionen"

Koordinator
Sebastian Suerbaum, Medizinische Hochschule Hannover

Co-Koordinatoren
Ingo Autenrieth, Universität & Universitätsklinikum Tübingen
Markus Gerhard, Technische Universität München
Oliver Bachmann, Medizinische Hochschule Hannover

Projektmanagerin
Silke Hartmann