Infektionen im immungeschwächten Wirt

In Kliniken können Erreger, die für Gesunde harmlos sind, zur lebensbedrohlichen Gefahr werden.© DZIF/scienceRELATIONS

Operationen, Tumortherapien und Intensivmedizin verbessern die Lebenserwartung vieler Patienten. Doch diese Möglichkeiten haben ihren Preis: Sie schwächen das Immunsystem und erhöhen die Anfälligkeit selbst für „harmlose“ Erreger. Infektionen bei immungeschwächten Menschen spielen im Klinikalltag eine immer größere Rolle; oft sind sie mit gängigen Antibiotika nur schwer behandelbar.

Welche Faktoren das Immunsystem im jeweiligen Patienten besonders schwächen, ist derzeit kaum abzuschätzen. DZIF-Wissenschaftler im Forschungsbereich „Infektionen im immungeschwächten Wirt“ forschen nach geeigneten Biomarkern für eine Risikoabschätzung und entwickeln Impfstoffe und Immuntherapien, um die Abwehr zu stärken und immungeschwächte Patienten vor Infektionen zu schützen.

Schwerpunkte

  • Biomarker für Infektionskontrolle und Risikoabschätzung
    Ziel der Wissenschaftler sind diagnostische Biomarker, die das Risiko für Infektionen anzeigen und Möglichkeiten aufzeigen, die Abwehr gezielt zu stärken.

  • Entwicklung neuer antiviraler Therapien
    Herpesviren, Adenoviren und einige Polyomaviren sind für immungeschwächte Patienten eine große Gefahr. Die Wissenschaftler suchen hier nach neuen Zielstrukturen, um neue und besser wirksame antivirale Therapien zu entwickeln.

  • Impfstoffe und gezielte Immunmodulationen
    Vorbeugende und therapeutische Impfung sind attraktive Optionen, um Infektionen bei immungeschwächten Patienten zu vermeiden. Die Wissenschaftler entwickeln neue Impfstoff-Kandidaten.

  • Entwicklung von adoptiven Immuntherapien
    Eine attraktive Alternative zur Impfung ist die Stärkung des Immunsystems durch den Transfer von spezifischen Abwehrzellen, hier besonders den T-Gedächtniszellen, die in München bereits in einer klinischen Studie getestet werden.

Arbeitsgruppen

  • Transplantationskohorte
    Ansprechpartner: Daniela Schindler, Klinikum Rechts der Isar, München

  • Nachwuchsgruppe „Immundiagnostik von Infektionen“
    Ansprechpartner: Christina Zielinski, TU München

  • Forschungsgruppe „Strukturelle Virologie“
    Ansprechpartner: Thomas Krey, Medizinische Hochschule Hannover

  • Forschungsgruppe "Wirtskontrolle von viraler Latenz und Reaktivierung"
    Ansprechpartner: Andreas Moosmann, Helmholtz Zentrum München

  • Nachwuchsgruppe „Molekulares Vakzin-Design“
    Ansprechpartner: Angelika Riemer, Universität Heidelberg

Beteiligte Standorte

München
Hannover-Braunschweig
Heidelberg
Tübingen

Ansprechpartner

Interview mit Dirk Busch, TTU "Infektionen im Immungeschwächten Wirt"

Koordinator
Dirk Busch, Technische Universität München

Co-Koordinatoren

Thomas Schulz, Medizinische Hochschule Hannover
Stefan Meuer, Universität & Universitätsklinikum Heidelberg

Projektmanagerin
Gesche Aurich

Forscher im Porträt