Neue Antibiotika

Das Bakterium E. terrae produziert ein neuartiges Antibiotikum, das gegen ein breites Spektrum von Krankheitserregern wirkt.© William Fowley, Northeastern University, USA

Antibiotika haben die Lebenserwartung des Menschen stark erhöht, doch sind Multiresistenzen mittlerweile allgegenwärtig und die „Wunderwaffe“ Antibiotikum verliert zunehmend ihre Effektivität. Die derzeitigen medizinischen Standards zur Behandlung und Prävention von Infektionen zum Beispiel in der Intensiv- und Transplantationsmedizin sind ohne Antibiotika nicht denkbar - und das obwohl es immer weniger Wirkstoff-Kandidaten in der pharmazeutischen Entwicklung gibt und die Zahl der innovativen Medikamente, die Marktreife erreichen, stark abnimmt. Obwohl sie in der Medizin dringend benötigt werden, wird die Wirtschaftlichkeit von Forschungs- und Entwicklungsprogrammen für Antibiotika in Frage gestellt und das Interesse der Privatwirtschaft schwindet. Forschung und Entwicklung werden immer stärker vom Biotechnologie-Sektor geleistet, der sich aber aufgrund limitierter Ressourcen meist auf zeitlich begrenzte Projekte beschränken muss und keine breit angelegten, langfristigen Strategien verfolgen kann. Die nachlassenden Aktivitäten der Industrie haben wiederum Auswirkungen auf den akademischen Bereich, wo Forscher und Einrichtungen wenig Interesse daran haben können, in Translationsforschungsprojekte zu investieren. Die Mission des Forschungsbereichs „Neue Antibiotika“ ist, die Brücke zwischen Grundlagenforschung und aktuellen Entwicklungsaktivitäten für Antiinfektiva zu schlagen.

Forschungsschwerpunkte

  • Neue Ansätzen und molekulare Angriffspunkte für eine effektive Behandlung und Kontrolle von resistenten Bakterien
  • Identifizierung und Entwicklung von Wirkstoff-Kandidaten, die als Antibiotikum in Frage kommen
  • Neue Strategien und Wirkstoff-Kandidaten, die die natürliche angeborene Wirtsabwehr unterstützen

Infrastruktur

Beteiligte Standorte

Bonn-Köln
Hannover-Braunschweig
Tübingen
Hamburg-Lübeck-Borstel

Ansprechpartner

Interview mit Hans-Georg Sahl, TTU "Neuartige Antiinfektiva"

Koordinator
Rolf Müller, Helmholtz-Institut für Pharmazeutische Forschung Saarland/HZI

Co-Koordinatoren
Hans-Georg Sahl, Universität Bonn
Wolfgang Wohlleben, Universität Tübingen

Projektmanagerin
Claudia Wagner

Projektmanager
Marcus Miethke