Neue antivirale Substanzen

Hepatitis-B-Viruspartikel im Elektronenmikroskop © CDC/Dr. Erskine Palmer

Neben Antibiotika gegen bakterielle Krankheitserreger entwickeln DZIF-Wissenschaftler auch neue Substanzen gegen Viren. Für die Behandlung von neu auftretenden Viren wie Ebola oder Zika fehlen ebenso die Erfolgsrezepte wie für viele altbekannte virale Erkrankungen wie beispielsweise Hepatitis B oder Grippe. Speziell zur Erforschung von neuen Substanzen mit antiviraler Wirkung hat das DZIF eine übergreifende Infrastruktur eingerichtet.

Für die Suche nach neuen antiviralen Substanzen sollen künftig verstärkt Biobanken mit kleinmolekularen Substanzen auf mögliche Wirkstoffkandidaten durchsucht werden. Dazu erhalten alle DZIF-Standorte Zugang zu entsprechenden Screening-Plattformen sowie Substanzbanken und auf Wunsch Unterstützung bei der Durchführung von Screening- Experimenten. Screening-Plattformen finden sich in München, Heidelberg, Hannover und Braunschweig.

Insbesondere Medizinalchemiker stehen den DZIF-Projektverantwortlichen in der Infrastruktur „Neue antivirale Substanzen“ beratend zur Seite. Schon in frühen Projektphasen geben sie ihre Einschätzung, ob in Screenings identifizierte aktive Substanzen aus chemischer Sicht aussichtsreiche Wirkstoffkandidaten wären. Sie schlagen vor, wie die Substanzen chemisch optimiert werden könnten und wer entsprechende Synthesen DZIF-intern oder -extern durchführen könnte.

Des Weiteren bringt sich das Team der Produktentwicklung aktiv in die Arbeit der neuen Infrastruktur ein: Es berät hinsichtlich der Auswahl von Wirkstoffkandidaten, stellt Überlegungen zu Marktchancen an und nimmt gegebenenfalls Kontakt zur Industrie auf. 

Ansprechpartner

Koordinator
Thomas Schulz, Medizinische Hochschule Hannover