02 März 2018 - NEWS

DZIF-Team aus Tübingen erhält den Hygiene-Preis der Rudolf-Schülke-Stiftung

Die Rudolf-Schülke-Stiftung verlieh ihren renommierten, mit 15.000 € dotierten Hygiene-Preis in diesem Jahr an das DZIF-Forscherteam von Dr. Bernhard Krismer, Prof. Dr. rer. nat. Andreas Peschel und Dr. Alexander Zipperer, Interfakultäres Institut für Mikrobiologie und Infektionsmedizin Tübingen (IMIT), für ihre exzellente Arbeit zu einem neuen antibiotischen Wirkstoff, dem Lugdunin.

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Die chemische Strukturformel des neu entdeckten Antibiotikums „Lugdunin“. Außerdem im Bild: die beiden Erstautoren Alexander Zipperer (links) und Martin Christoph Konnerth (rechts).© Foto: Martin Christoph Konnerth

Mit dem Hygiene-Preis werden Wissenschaftler geehrt, die innovative Lösungen für spezielle Probleme im Bereich der Hygiene, Mikrobiologie, Präventivmedizin und Öffentlichen Gesundheit erarbeitet haben. In seiner Laudatio erklärte Prof. Dr. Manfred Rotter, Wien, begeistert, die Arbeit der Tübinger Wissenschaftler sei so überzeugend in Methodik, Darstellung und medizinischer Bedeutung, dass in diesem Jahr das Votum der Jury für den Hygiene-Preis einstimmig ausgefallen sei.

In ihrer in Nature publizierten Arbeit zeigen die Wissenschaftler der Universität Tübingen und des Deutschen Zentrums für Infektionsforschung, dass das in der menschlichen Nase siedelnde Bakterium Staphylococcus lugdunensis einen bisher unbekannten antibiotischen Wirkstoff produziert, welcher Staphylococcus aureus, einen der häufigster Erreger von Infektionen, abtötet. Die „Lugdunin“ genannte Substanz, die in den Energiestoffwechsel von Bakterien eingreift, erwies sich im Hautinfektionsmodell bei Mäusen als sehr wirksam gegen S. aureus und im Labor auch gegen eine Vielzahl an weiteren Erregern.

„Dass auch die menschliche Mikroflora eine Quelle für antimikrobielle Wirkstoffe sein kann, ist eine neue Erkenntnis“, erklärt Andreas Peschel, der im DZIF den Forschungsbereich "Krankenhauskeime und Antibiotika-resistente Bakterien" koordiniert. In Zukunft soll im DZIF untersucht werden, ob „Lugdunin“ tatsächlich therapeutische Anwendung finden könnte. Denkbar wäre etwa, Risikopatienten mit harmlosen „Lugdunin“-bildenden Bakterien zu besiedeln, um so das Risiko von Infektionen mit resistenten Staphylococcus-aureus-Stämmen (MRSA) vorbeugend zu senken.

Quelle: Rudolf Schülke Stiftung

Weitere Informationen

In der Nase schlummert ein potenzielles Antibiotikum/Pressemitteilung vom 22. Juli 2016



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