13 Februar 2018 - PRESSEMITTEILUNG

DZIF-Wissenschaftlerin erhält ältesten deutschen Medizinpreis

Vier junge Wissenschaftler des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE) sind gestern mit dem ältesten Medizinpreis Deutschlands, dem Dr. Martini-Preis 2018, ausgezeichnet worden. Der erste Preis ging an Dr. Dr. Jan Broder Engler, den zweiten Preis teilen sich PD Dr. Matthias Reeh und Dr. Tarik Ghadban sowie die DZIF-Forscherin Dr. Anne Rechtien. Sie wurde für ihre Arbeit zur frühen Einschätzung der Wirksamkeit eines neuen Ebola-Impfstoffs ausgezeichnet. Das Deutsche Zentrum für Infektionsforschung hat die Vorbereitung der Studie am UKE unterstützt.

Martini_Preis_20180212_Claudia_KetelsUKE_560.jpg

Bei der Preisverleihung (v. l.): Hamburgs Wissenschaftssenatorin Katharina Fegebank, die Preisträger Tarik Ghadban, Matthias Reeh, Anne Rechtien und Jan Broder Engler sowie der Vorsitzende des Kuratoriums der Dr. Martini-Stiftung Ansgar Lohse (UKE)© Claudia Ketels/UKE

Die Wirksamkeit neuer Impfstoffe vorhersagen zu können, ist eine große Herausforderung in der Impfstoff-Entwicklung. Rechtien maß nach Impfung mit dem Ebola-Impfstoff rVSV-ZEBOV mithilfe eines Hochdurchsatzverfahrens Immunmarker im Blut von Probanden. Sie konnte mit diesem system-vakzinologischem Ansatz eine Signatur aus fünf frühen, angeborenen Immunmarkern identifizieren, die mit der Höhe der Antikörperantwort vier Wochen nach der Impfung korrelierte. Unter diesen Immunmarkern ist besonders das IP-10 (Interferon-gamma induced protein 10) von Interesse. Mit diesem Eiweiß ist es erstmals gelungen, einen löslichen Immunmarker zu finden, der schon früh nach der Impfung hochreguliert wird, mit der Höhe der späteren Antikörperantwort in Beziehung steht und sich schnell nachweisen lässt. Neben dem Einsatz bei der Ebola-Impfung liefern die Ergebnisse der Studie grundsätzliche Erkenntnisse für die Entwicklung weiterer Notfall-Impfstoffe im Falle neu auftretender Krankheitserreger, so die Wissenschaftlerin.

Über die Dr. Martini-Stiftung

Die Dr. Martini-Stiftung wurde 1880 von Freunden und Kollegen des im gleichen Jahr verstorbenen Chirurgen Dr. Erich Martini ins Leben gerufen. Der Dr. Martini-Preis – Deutschlands ältester Medizinpreis – ist von der Hamburgischen Stiftung für Wissenschaften, Entwicklung und Kultur Helmut und Hannelore Greve dotiert. Die Dotierung von insgesamt 10.000 Euro verteilt sich in diesem Jahr auf einen ersten (5000 Euro) und einen geteilten zweiten Platz (jeweils 2.500 Euro).

Zur ausführlichen Pressemitteilung des UKE

Mehr zum Thema

Kontakt 

Dr. Anne Rechtien
I. Medizinische Klinik und Poliklinik
Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE)
T +49 40 7410-18318
E-Mail

DZIF-Pressestelle
Karola Neubert und Janna Schmidt
T +49 6181 1170/1154
E-Mail



Zurück zur Liste