09 Oktober 2017 - PRESSEMITTEILUNG

Ebola-Impfstoff auch bei Kindern einsetzbar

Ein internationales Wissenschaftlerteam hat erfolgreich einen Impfstoff gegen Ebola-Viren getestet: Die Mediziner ermittelten die Dosis, die einen wirksamen Schutz gegen Ebola-Viren bieten könnte und prüften den Impfstoff erstmals an Kindern. Der klinische Versuch fand unter Leitung der Tropenmediziner Dr. Selidji T. Agnandji von der Afrikanischen Partner-Institution des DZIF „Centre de Recherches Médicales de Lambaréné“ in Gabun und DZIF-Koordinator Professor Peter Kremsner vom Institut für Tropenmedizin in Tübingen statt.

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DZIF-Koordinator Prof. P. Kremsner © DZIF/scienceRELATIONS

115 Erwachsene, 20 Jugendliche sowie 20 Kinder hatten in Gabun den Impfstoff gegen die Viruskrankheit erhalten und bei geringen Nebenwirkungen eine gute Immunabwehr entwickelt. Die Ergebnisse der Studie wurden im Fachmagazin PLOS Medicine veröffentlicht. 

Bisher 22 Ebola-Ausbrüche weltweit mit mehr als 11.000 Todesopfern allein im Jahr 2016 veranlassten Mediziner aus vielen Ländern, gemeinsam an der Entwicklung eines Impfstoffes für den Einsatz am Menschen zu arbeiten. Der Impfstoff rVSVΔG-ZEBOV-GP wird bereits seit 2015 in Afrika klinischen Tests unterzogen, nun konnte er erstmals an jungen Menschen und in verschiedenen Dosierungen getestet werden. Die Probanden erhielten einen Bestandteil aus genetischem Material des Ebola-Virus, der in ein für den Menschen harmloses Trägervirus eingebaut ist.

Es erwies sich, dass Teilnehmer aus von Ebola betroffenen Ländern oft schon vor Impfung Antikörper gegen das Virus ausgebildet hatten und nach der Impfung eine bessere Immunantwort zeigten als Menschen ohne Antikörper im Blut. Auch geringe Impfdosen konnten so schon eine ausgezeichnete Immunantwort erzeugen.

Zur vollständigen Pressemitteilung der Eberhard Karls Universität Tübingen

Publikation

Selidji T. Agnandji et al.: Safety and immunogenicity of rVSVΔG-ZEBOVGP-Ebola vaccine in adults and children in Lambaréné, Gabon: A phase I randomised trial.“ PLOS Medicine, DOI: 10.1371/journal.pmed.1002402

Kontakt

Prof. Dr. Peter G. Kremsner
DZIF-Koordinator des Forschungsbereichs „Malaria“
Universitätsklinikum Tübingen / Universität Tübingen
Institut für Tropenmedizin
T +49 7071 29-87179
E-Mail



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