11 Januar 2016 - NEWS

MERS-Ausbrüche so früh wie möglich erkennen

Virologen des DZIF-Standorts Bonn-Köln haben den ersten internationalen WHO-Kurs für die Diagnostik von MERS-Coronaviren in Dubai organisiert.

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MERS-Workshop in Dubai© Virology, University Bonn

Seit das MERS-Coronavirus 2012 erstmals als neues, gefährliches Virus in Saudi-Arabien entdeckt wurde, beunruhigt es die Öffentlichkeit. Die Viren verursachen eine Erkrankung der Atemwege mit Atemnot und Lungenentzündung, die bei Menschen tödlich verlaufen kann. Insbesondere Saudi-Arabien und Süd-Korea waren in den letzten zwei Jahren von schweren MERS-Ausbrüchen betroffen, die das internationale Gesundheitswesen vor große Herausforderungen stellten. Um derartige Ausbrüche zu verhindern, bedarf es einer schnelleren und akkuraten Identifikation von MERS-infizierten Patienten. Der Bonner Virologe und DZIF-Wissenschaftler Professor Christian Drosten und sein Team entwickelten und optimierten in den vergangenen Jahren eine Diagnostik für MERS-Coronaviren, die nun auch in den Laboren der am stärksten betroffenen Regionen gezielter zum Einsatz kommen soll.

Die Bonner Wissenschaftler organisierten dafür im Dezember 2015 den ersten WHO-Labordiagnostikkurs für das MERS-CoV in Dubai. 60 Teilnehmer aus 20 verschiedenen Ländern kamen zusammen, um die dortigen Labore auf die technischen Herausforderungen der MERS-CoV-Diagnostik vorzubereiten und die Aufmerksamkeit für MERS in potenziell betroffenen Ländern zu erhöhen. Die Fortbildung wurde unter der Aufsicht des WHO-Eastern Mediterranen Regional Office (WHO-EMRO) und der lokalen Gesundheits- und Umweltministerien am zentralen veterinärmedizinischen Forschungsinstitut (CVRL) in Dubai durchgeführt.

Am DZIF wurden mit dem Schwerpunkt „Neu auftretende Infektionskrankheiten“ beste Voraussetzungen geschaffen, um bei Ausbrüchen neuer Viren schnell Diagnostika und Impfstoffe zu entwickeln und weitere Ausbrüche nach Möglichkeit zu verhindern. Ein Impfstoff gegen MERS-Coronaviren ist zurzeit im DZIF in der Entwicklung. Die als Überträger geltenden Dromedare konnten damit jüngst erfolgreich geimpft werden.

DZIF-Pressemitteilung vom 18.12.2015



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