25 Mai 2016 - PRESSEMITTEILUNG

Spielen Fledertiere bei der Übertragung des Krim-Kongo-Fiebers eine Rolle?

Ein internationales Forscherteam unter Federführung von DZIF-Wissenschaftlern an der Uni Bonn konnte Viren des Krim-Kongo-Fiebers in afrikanischen Fledertieren nachweisen. Die Ergebnisse legen nahe, dass Fledertiere bei der Verbreitung des Virus eine Rolle spielen könnten. Die Studie erscheint in der renommierten Fachzeitschrift "Scientific Reports".

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Fledermaus Coleura afra: In der Studie hatten sechs von 14 Tieren Antikörper gegen das Krim-Kongo-Virus.© Inst. für Virologie, Uni Bonn/Corman

Das Krim-Kongo-hämorrhagische Fieber, kurz Krim-Kongo-Fieber, wird durch ein Virus ausgelöst, das vor allem in Südosteuropa, Asien und Afrika vorkommt und von verschiedenen Zeckenarten übertragen wird. Die Infektion führt zu schwerem Fieber und inneren Blutungen. Etwa jeder zehnte stirbt an der Infektion. Forscher um Christian Drosten und Marcel Müller, beide DZIF-Wissenschaftler an der Uni Bonn, haben eindeutig Infektionszeichen bei Fledertieren in verschiedenen Ländern Afrikas nachgewiesen.

Bislang hat man vermutet, dass Virus-infizierte Zecken über Zugvögel in andere Regionen verschleppt werden, wo sie Tiere und Menschen anstecken können. Untersuchungen an Fledertieren, von denen die kleineren Arten als Fledermäuse bezeichnet werden, zeigen nun, dass auch diese als Verbreiter agieren könnten. Fledertiere sind häufig von Zecken befallen.

In einer groß angelegten Studie wurden über 1000 Proben von 16 Fledertierarten aus Gabun, Ghana, Kongo, Deutschland und Panama auf das Krim-Kongo-Virus getestet. In 12 von 16 getesteten Arten konnte das Virus, genauer gesagt die gegen das Virus gebildeten Antikörper, nachgewiesen werden. Vor allem höhlenlebende Fledertiere aus Afrika, die mutmaßlich eine hohe Zeckenexposition haben, hatten Antikörper gegen das Virus.

zur Pressemitteilung der Uni Bonn

Publikation

Müller, M. A. et al.: Evidence for widespread infection of African bats with Crimean-Congo hemorrhagic fever-like viruses. Sci. Rep. 6, 26637; doi: 10.1038/srep26637 (2016).

www.nature.com/articles/srep26637



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