Assoziierte Partner des DZIF

Charité – Universitätsmedizin Berlin

Das Institut für Hygiene und Umweltmedizin der Charité ist einer von sechs Partnern im DZIF-Netzwerk „Multiresistente Bakterien“ (MDRO Network: R-Net). Untersucht wird die Epidemiologie multiresistenter Bakterien sowie die Epidemiologie von Blutstrominfektionen und Clostridium-difficile-Infektionen über einen Zeitraum von vier Jahren. Ein integraler Bestandteil vom R-Net ist eine jährlich durchzuführende Untersuchung zur Prävalenz von multiresistenten Bakterien (3GCREB und VRE) bei Aufnahme in das Universitätsklinikum. Das Ziel ist die Reduktion von Krankenhaus-assoziierten Infektionen.

Deutsche Leberstiftung/HepNet Study-House, Hannover

Das HepNet Study-House vernetzt Studienzentren zur Hepatitis-Forschung und schafft eine Plattform, um klinische Studien durchzuführen. Das DZIF kann Infrastrukturen und Kohorten für seine Projekte nutzen. Aktuell laufen Aktivitäten zu Hepatitis B, C, D und E. Mit der Deutschen Leberstiftung wurde ein weltweites Register von Patienten mit chronischer Hepatitis D eingerichtet (www.hepatitis-delta.org), das kontinuierlich ausgebaut wird; derzeit umfasst das Register Daten von mehr als 1.000 Patienten aus 15 verschiedenen Ländern. Im Jahr 2016 wurde unter anderem eine Studie zur Heilung von akuter Hepatitis C unterstützt: Sie zeigte erstmals auf, dass die in den letzten Jahren entwickelten Medikamente gegen chronische Hepatitis C auch eine akute Hepatitis C heilen können und dies sogar schneller als die chronische Erkrankung.

Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt

An der Universität Frankfurt a. M. findet ein Projekt im Forschungsbereich Hepatitis statt, in dem  klinische Kohorten aufgebaut und virale Resistenzanalysen durchgeführt werden. Die Blutproben von Patienten mit chronischer Hepatitis C vor einer Therapie bzw. nach Therapieversagen stehen allen Kooperationspartnern zur Verfügung. Im Fokus steht die Behandlung mit den neuartigen Wirkstoffen (Directly Acting Antivirals DAA), die seit 2014 gegen Hepatitis C eingesetzt werden können. Die klinischen Daten werden zusammen mit den Ergebnissen einer Analyse von Virus- und Wirtsgenen und den phänotypischen Resultaten ausgewertet und fließen auch in ein online-basiertes Tool ein. Dieses Tool soll helfen, den Krankheitsverlauf und das Therapieansprechen  besser einzuschätzen und die Behandlung individuell anzupassen (siehe MPI für Informatik).

Julius-Maximilians-Universität Würzburg

In einer klinischen Studie im DZIF erhalten Leukämiepatienten nach einer Knochenmarktransplantation erstmals speziell aufgereinigte Zellen des Immunsystems, sogenannte T-Gedächtniszellen. Die besonderen Immunzellen sollen die Patienten vor Infektionen schützen, bis deren eigene Abwehr funktioniert. Ein Teil der Studienpatienten wird in Würzburg behandelt; außerdem an den DZIF-Standorten München (Koordination), Tübingen und Hannover.

Leibniz-Institut für Naturstoff-Forschung und Infektionsbiologie – Hans-Knöll-Institut, Jena

Das Hans-Knöll-Institut (HKI) ist eines der führenden Institute in der Naturstoff-Forschung. Als assoziierter Partner stellt es dem DZIF Naturstoffe insbesondere aus Pilzen zur Verfügung. In einem gemeinsamen Projekt wird das DZIF einen neuen, vielversprechenden Wirkstoff gegen Tuberkulose weiterentwickeln, der aus dem HKI kommt und bereits präklinisch getestet wurde.

Max-Planck-Institut für Informatik, Saarbrücken

Am Max-Planck-Institut für Informatik in Saarbrücken werden im Rahmen eines DZIF-Projekts Daten von Hepatitis-C-Patienten gesammelt, die mit neuen antiviralen Agenzien behandelt werden. Durch Sequenzierung, Analyse und Interpretation der Patienten- und Virusgene sowie weiterer Parameter soll der Therapieverlauf abgeschätzt werden. In Saarbrücken werden die Analyseergebnisse verwendet, um ein online-basiertes Tool stetig weiterzuentwickeln, das sogenannte Geno2pheno[HCV]. Die Ergebnisse der Analysen sind im Web frei zugänglich und unterstützen Entscheidungen für eine personalisierte Therapie.

Universität Bayreuth

Die Universität Bayreuth beteiligt sich an einem großen Screening-Projekt zu neuen Medikamenten gegen Mycobacterium tuberculosis (MTB). Dieses Projekt wird eine umfassende Plattform zur Identifikation und Wirksamkeitstestung für Medikamente erstellen und gleichzeitig Wirkstoffe identifizieren, die später getestet werden können. In einem Mausmodell, das eine dem Menschen ähnlichere Pathologie aufweist, werden verschiedene Kombinationen geprüft und mit verfügbaren menschlichen Daten validiert. Um jeweils die Wirkstoffkonzentrationen im Gewebe sichtbar zu machen, wurde in Bayreuth 2016 ein Imaging-Labor eingerichtet; es ist Teil eines neuen Lehrstuhls für Bioanalytik und Lebensmittelanalytik.

Universitätsklinikum Freiburg

Das Universitätsklinikum Freiburg ist Partner in mehreren DZIF-Projekten. In einem Projekt zu Infektionen im immungeschwächten Wirt wollen Wissenschaftler genetische Faktoren finden, die mit einer erhöhten Anfälligkeit für Infektionen einhergehen. Es sollen Biomarker identifiziert werden, die eine bessere Infektionskontrolle ermöglichen. Weitere Projekte beschäftigen sich  mit dem gezielteren Einsatz von Antibiotika (siehe auch Charité). Das Unversitätsklinikum Freiburg  erfasst die Kolonisierung von Patienten mit bestimmten multiresistenten Erregern. Es werden auch alle Fälle von Clostridium difficile-assoziierter Diarrhoe untersucht. Im Forschungsbereich „Infektionen im immungeschwächten Wirt“ ist das Universitätsklinikum Freiburg an der Entwicklung von neuen antiviralen Substanzen beteiligt.

Westfälische Wilhelms-Universität Münster

Die Universität Münster ist Partner in einem Projekt, das neue Behandlungsstrategien gegen gastrointestinale Infektionen zum Ziel hat. Die derzeit gebräuchlichen Antibiotika schädigen in vielen Fällen die normale Darmflora und können zu Komplikationen führen. In einem zweiten Projekt geht es um Krankenhauskeime, speziell um Methicillin-resistente Staphylococcus aureus-Bakterien im Nasenraum. Für eine gezielte Behandlung werden neue lytische Phagenproteine untersucht, die in Münster bezüglich ihrer Effizienz und Spezifität analysiert werden.