Assoziierte Partner des DZIF

Albert-Ludwigs-Universität Freiburg

In einem Projekt mit der Universität Freiburg werden aktuelle Probleme in der Diagnostik von Tuberkulose erforscht. Ein Aspekt des Projekts ist die mögliche Etablierung eines neuartigen diagnostischen Testsystems (TB-Disk) für den Nachweis von Resistenzen in klinischen Isolaten. In Freiburg wird das sogenannte Lab-on-a-Disk-System entwickelt, das für eine Validierung in afrikanischen Partnerinstitutionen getestet werden soll.

Charité – Universitätsmedizin Berlin

Das Institut für Hygiene und Umweltmedizin der Charité – Universitätsmedizin Berlin ist Partner in einer Studie zum rationalen Einsatz von Antibiotika (ATHOS = Antibiotika-Therapie-Optimierungs- Studie). Untersucht wird, ob die gezielte Intervention zur Antibiotika-Anwendung im Krankenhaus (Antibiotic Stewardship, siehe Universitätsklinikum Freiburg) bzw. in Arztpraxen (Charité) Einfluss auf die Häufigkeit von Neuerkrankungen mit bestimmten Antibiotika-resistenten Bakterien hat. Hierfür wird eine Methode zur Überwachung multiresistenter Erreger eingesetzt, die an der Charité mit dem neuen Modul "ATHOS-MRE-Surveillance" entwickelt wurde. 2015 wurde die Verteilung der Patienteninformations-Materialien an Berliner Hausärzte abgeschlossen. Außerdem wurden die in Berlin zusammenlaufenden Daten aller beteiligten Zentren analysiert.


Deutsche Leberstiftung/HepNet Study-House, Hannover

Das HepNet Study-House vernetzt  Studienzentren zur Hepatitis-Forschung und schafft eine Plattform, um klinische Studien durchzuführen. Das DZIF kann Infrastrukturen und Kohorten für seine Projekte nutzen. Aktuell laufen Aktivitäten zu Hepatitis B, C, D und E. Mit der Deutschen Leberstiftung wurde ein weltweites  Register von Patienten mit chronischer Hepatitis D eingerichtet (www.hepatitis-delta.org), das kontinuierlich ausgebaut werden soll. Mehr als 800 Patienten konnten bis Ende 2015 registriert werden.   

Friedrich-Loeffler-Institut, Riems (DZIF-Mitglied seit Juni 2015)

Das Friedrich-Löffler-Institut (FLI) ist unter anderem Partner in einem Verbundprojekt mit dem Ziel, neue, vor allem von Tieren übertragene Krankheitserreger früh zu erkennen. Dazu werden Blut- und Gewebeproben oder Nukleinsäure-Präparate aus Haus- und Wildtieren benötigt, die das FLI zur Verfügung stellt. Insbesondere die in Europa einzigartigen Labor- und Versuchstiereinrichtungen der Sicherheitsstufen 2 bis 4 machen das FLI zu einem wichtigen Partner und Mitglied für das DZIF.

Gottfried Wilhelm Leibniz Universität Hannover

Mit den Cystobactamiden haben DZIF-Wissenschaftler eine ganz neue Stoffklasse entdeckt, die gegen die schwer zu bekämpfenden gram-negativen Bakterien wirkt. Diese Cystobactamide sollen in einem Projekt am HZI weiterentwickelt werden, um als potenzielles Antibiotikum in präklinischen Studien getestet zu werden.  An der Universität Hannover wurde die erste Totalsynthese von Cystobactamid C durchgeführt sowie weitere Cystobactamid-Varianten generiert.

Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt

An der Universität Frankfurt a. M. findet ein Projekt zum Forschungsbereich Hepatitis statt, bei dem   klinische Kohorten aufgebaut werden. Die Blutproben von Patienten mit chronischer Hepatitis C vor einer Therapie bzw. nach Therapieversagen stehen allen Kooperationspartnern zur Verfügung. Die klinischen Daten werden zusammen mit den Ergebnissen einer Analyse von Virus- und Wirtsgenen und den phänotypischen Resultaten ausgewertet und fließen in ein  online-basiertes Tools ein. Dieses Tool soll helfen, den Krankheitsverlauf und das Therapieansprechen  besser einzuschätzen und die Behandlung individuell anzupassen (siehe MPI für Informatik). In einem zweiten Projekt mit dem Universitätsklinikum Frankfurt werden multiresistente Enterobakterien näher untersucht, die sich besonders erfolgreich ausbreiten und in Krankenhäusern zu einem immer größeren Problem werden. Bisher weiß man nicht, warum bestimmte Bakterienstämme viel erfolgreicher sind als andere.

Leibniz-Institut für Naturstoff-Forschung und Infektionsbiologie Hans-Knöll-Institut, Jena

Das Hans-Knöll-Institut (HKI) ist eines der führenden Institute in der Naturstoff-Forschung. Als assoziierter Partner stellt es dem DZIF Naturstoffe insbesondere aus Pilzen zur Verfügung. Für Corallopyronin A, ein Naturprodukt, das bereits erfolgreich gegen Filariose-Erreger getestet wurde, wird in einem Projekt die Pharmakodynamik und Präklinik getestet. Das HKI ist für die Biosynthese in größerem Maßstab zuständig. In einem weiteren gemeinsamen Projekt wird das DZIF einen neuen, vielversprechenden Wirkstoff gegen Tuberkulose weiterentwickeln, der aus dem HKI kommt und bereits präklinisch getestet wurde.

Max-Planck-Institut für Informatik, Saarbrücken

Am Max-Planck-Institut für Informatik in Saarbrücken werden im Rahmen eines DZIF-Projekts Daten von Hepatitis-C-Patienten gesammelt, die mit neuen antiviralen Agenzien behandelt werden. Durch Sequenzierung, Analyse und Interpretation der Patienten- und Virusgene sowie weiterer Parameter soll der Therapieverlauf abgeschätzt werden. In Saarbrücken werden die Analyseergebnisse verwendet, um ein online-basiertes Tool stetig weiterzuentwickeln, das sogenannte Geno2pheno[HCV]. Die Ergebnisse der Analysen sind im Web frei zugänglich und unterstützen Entscheidungen für eine personalisierte Therapie.

Robert Koch-Institut, Berlin (DZIF-Mitglied seit Juni 2015)

Eine Zusammenarbeit des DZIF mit dem Robert-Koch-Institut (RKI) findet in vielen Bereichen statt. Einige Beispiele: Im Bereich „Neuauftretende Infektionskrankheiten“ unterstützt das RKI die strategischen Partnerschaften zwischen Forschungseinrichtungen, Kliniken und Pharmaunternehmen. Im Rahmen klinischer Studien werden gemeinsam klinische Leitlinien erarbeitet. In der HIV-Forschung kann das DZIF die neue Datenbank HIOBs des RKI nutzen; die Software ist optimiert und wird nach guten Erfahrungen in Köln und Hamburg an den Standorten implementiert.

RWTH Aachen

Das Universitätsklinikum der RWTH Aachen ist Partner und Studienzentrum in einem Projekt aus dem Bereich „Krankenhauskeime und Antibiotika-resistente Bakterien und Antibiotika-resistente Bakterien“. Dieses Projekt setzt sich aus zwei multizentrischen klinischen Studien zusammen, die beide die klinische Wirksamkeit von Maßnahmen gegen multiresistente Enterobakterien prüfen, und zwar bei Patienten mit Krebserkrankungen. Während in der ersten Studie der Einfluss von Antibiotika auf die Besiedelung verfolgt wird, soll in einer zweiten Studie beobachtet werden, ob eine Isolierung der betroffenen Patienten eine Weiterverbreitung der Erreger stoppen kann.

Universitätsklinikum Freiburg

In einem Projekt mit dem Universitätsklinikum Freiburg zu Infektionen im immungeschwächten Wirt wollen Wissenschaftler genetische Faktoren finden, die mit einer erhöhten Anfälligkeit für Infektionen einhergehen. Es sollen Biomarker identifiziert werden, die eine bessere Infektionskontrolle ermöglichen. Im Fokus stehen Pilzerkrankungen immungeschwächter Patienten.

Ein zweites DZIF-Projekt beschäftigt sich mit dem gezielteren Einsatz von Antibiotika (siehe auch Charité). Das Unversitätsklinikum Freiburg ist an der ATHOS-Studie beteiligt und erfasst die Kolonisierung von Patienten mit bestimmten multiresistenten Erregern. Es werden auch alle Fälle von Clostridium difficile-assoziierter Diarrhoe untersucht.

Westfälische Wilhelms-Universität Münster

Die Universität Münster ist Partner in einem Projekt, das neue Behandlungsstrategien gegen gastrointestinale Infektionen zum Ziel hat. Die derzeit gebräuchlichen Antibiotika schädigen in vielen Fällen die normale Darmflora und können zu Komplikationen führen. In Münster arbeiten die Wissenschaftler daran, die mit EHEC assoziierten Komplikationen zu vermeiden. Sie haben Derivate aus kostengünstigen Pektinen gewonnen, die bakterielle Toxine hemmen könnten.

In einem zweiten Projekt geht es um Krankenhauskeime, speziell um Methicillin-resistente Staphylococcus aureus-Bakterien im Nasenraum. Für eine gezielte Behandlung werden neue lytische Phagenproteine untersucht. Sie sollen in Münster bezüglich ihrer Effizienz und Spezifität analysiert werden. Eine klinische Prüfung ist in Vorbereitung.