Gastrointestinale Infektionen

Entwicklung von Biomarkern für die Diagnostik

Erforscht wird die Zusammensetzung und Funktion der natürlichen Magen-Darm-Flora und ihre Rolle bei der Entstehung und Prävention von gastrointestinalen Erkrankungen. Ziel ist es, die Magen-Darm-Flora gezielt zum Wohl des Patienten zu beeinflussen.

Ein Großteil der 100 Billionen Bakterien, die im und auf dem Menschen leben, besiedelt den Magen-Darm-Trakt. Die meisten Mitglieder dieser Bakteriengemeinschaft (Mikrobiota) sind für den Menschen nützlich. Sie unterstützen die Verdauung und haben einen positiven Einfluss auf den Stoffwechsel und das Immunsystem. Sie besetzen die ökologischen Nischen im Darm und verhindern dadurch das Eindringen von Infektionserregern. Dennoch ist der Magen-Darm-Trakt Zielorgan wichtiger Krankheitserreger des Menschen, die im Mittelpunkt des Forschungsbereichs „Gastrointestinale Infektionen“ stehen. Die genaue Zusammensetzung der Mikrobiota spielt eine Rolle dabei, ob bestimmte Infektionen des Verdauungssystems, wie Salmonellosen oder Clostridium difficile-Infektionen verhindert oder gefördert werden. In Modellen untersuchen die DZIF-Forscher die Interaktionen zwischen dem Menschen, der Mikrobiota und den Krankheitserregern. Langfristiges Ziel ist es, die Magen-Darm-Flora zum Wohle des Patienten zu beeinflussen.

Biomarker für die Diagnostik

Clostridium difficile in einer elektronenmikroskopischen Aufnahme.

© CDC/ Lois S. Wiggs

Im Mittelpunkt aktueller Arbeiten stehen klinische Studien, in denen der Einfluss des Mikrobioms auf Clostridium difficile-Infektionen analysiert wird. C. difficile ist einer der häufigsten Krankenhauskeime. Die Infektion mit diesem Keim wird begünstigt, wenn die natürliche Mikrobiota des Darms durch eine Antibiotikatherapie zurückgedrängt wird. Dann können sich die Clostridien im Darm vermehren und verstärkt Gifte produzieren, die zu Durchfällen oder zu lebensbedrohlichen Zerstörungen der Darmwand führen. Die Forscher wollen verstehen, welche Bakterien bei der Verhinderung einer Clostridium difficile-Infektion helfen, und Strategien entwickeln, diese entweder durch die Auswahl der Antibiotika zu schützen oder sie während der Antibiotikatherapie gezielt zu ersetzen.  

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