Neu auftretende Infektionskrankheiten

Immer wieder verursachen bis dato unbekannte Krankheitserreger Epidemien, wie zum Beispiel das Ebola-Virus. Bei solchen Ausbrüchen ist schnelles Handeln gefragt: Der Erreger muss identifiziert werden.© DZIF/scienceRELATIONS

Epidemien von neuen Viruserkrankungen treten unerwartet auf und erfordern ein rasches Eingreifen, um deren Ausbreitung zu verhindern. Der jüngste Ausbruch des MERS-Coronavirus in Saudi-Arabien sowie die Ebolavirus-Epidemie in West-Afrika haben deutlich gemacht, wie wichtig eine schnelle Information der Bevölkerung ist und wie entscheidend es ist, möglichst zügig Diagnostika, Impfstoffe und antivirale Medikamente zu entwickeln.

Der DZIF-Forschungsbereich „Neu auftretende Infektionskrankheiten“ konnte auf die Herausforderungen reagieren: So wurden unter anderem Impfstoffkandidaten für Ebola- und MERS-Viren aus dem DZIF heraus mit auf den Weg gebracht. Nun gilt es, Strategien zu entwickeln, um die biomedizinische Erforschung neu auftretender Viren zu beschleunigen und für zukünftige neu auftretende Infektionskrankheiten gewappnet zu sein.

Schwerpunkte

  • Identifizierung von unbekannten Pathogenen und Ausbruchs-Management
    Die Forscher entwickeln Methoden zur schnellen und zuverlässigen Identifizierung von unbekannten Krankheitserregern.
  • Entwicklung von Impfstoffen
    Geplant ist die Optimierung und Validierung von bestehenden und neuen Vakzin-Plattformen in Tiermodellen.
  • Entwicklung von antiviralen Medikamenten mit Breitbandwirkung
    Die Forscher suchen breit wirksame antivirale Substanzen, um sie für den Einsatz in Notfällen weiterzuentwickeln. Etabliert wurde eine Virus-Testpipeline, mit der die aussichtsreichsten Substanzen ermittelt werden.

Arbeitsgruppen

  • Zentraleinheit „Virus-Erkennung und Bereitschaft“
    Ansprechpartner: Christian Drosten, Charité – Universitätsmedizin Berlin
  •  Abteilung für die Überwachung von Arthropoden und Arthropoden-bedingten Erkrankungen (wie Zecken, Moskitos etc.)
    Ansprechpartner: Esther Schnettler, Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin, Hamburg)
  •  „Animal Facility“: Entwicklung von Tiermodellen unter BSL3/4-Bedingungen zur Austestung von Impfstoffkandidaten und antiviralen Medikamenten
    Ansprechpartner: Stephan Becker, Universität Marburg)
  •  Professur „Klinisches Management und Epidemiologie von neu auftretenden Infektionskrankheiten“
    Ansprechpartnerin: Marylyn Addo, Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf

Beteiligte Standorte

Gießen-Marburg-Langen

Bonn-Köln

Hamburg-Lübeck-Borstel -Riems

Hannover-Braunschweig

Heidelberg

München

 

 

 

 

Ansprechpartner

Interview mit Stephan Becker, TTU "Neu auftretende Infektionskrankheiten"

Koordinator
Stephan Becker, Universität Marburg

Co-Koordinatoren
Christian Drosten, Charité - Universitätsmedizin Berlin
Ansgar Lohse, Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf

Projektmanagerin
Nadine Biedenkopf

Forscher im Porträt