Hepatitis

Forscher wollen Prophylaxe und Heilungschancen der chronischen Virushepatitis optimieren.© DZIF/scienceRELATIONS

Weltweit sind mehr als eine halbe Milliarde Menschen mit dem Hepatitis B- (HBV), C- (HCV) und/ oder D-Virus chronisch infiziert. Die Betroffenen tragen ein hohes Risiko, an einer Leberzirrhose oder Leberkrebs zu erkranken. Gegen HBV gibt es eine vorbeugende Impfung sowie wirksame antivirale Medikamente. Mit diesen Medikamenten kann zwar die Virusvermehrung eingedämmt werden; jedoch gibt es weder heilende Behandlungsmethoden noch befinden sich welche in der Entwicklung. Erste Virostatika (direct-acting antivirals, DAA), die spezifisch gegen HCV eingesetzt werden können, wurden 2011 zugelassen. Weitere viel versprechende Wirkstoffe befinden sich in der klinischen Entwicklung.

Die wachsende Zahl an möglichen Behandlungsmethoden und das Aufkommen von Resistenzen wird dazu führen, dass die Therapien immer komplexer werden. Umso wichtiger wird es, Behandlungsstandards zu entwickeln, die alle Patientengruppen umfassen - insbesondere auch die Gruppe der schwer behandelbaren Patienten, wie zum Beispiel Patienten, die bereits eine Leberzirrhose oder Leberkrebs entwickelt haben und meist an klinischen Studien teilnehmen können. Außerdem gibt es für einige Formen von chronischen viralen Hepatitis-Erkrankungen bisher keine Behandlungsmöglchkeiten, wie zum Beispiel für HBV-/HDV-Co-Infektionen, die eine der schlimmsten Formen der Erkrankung sind.

Forschungsschwerpunkte

  • Epidemiologische Untersuchungen, um Patienten den Zugang zur optimalen Behandlung zu ermöglichen
  • Erforschung von Immunsignaturen von Krankheitskontrolle und -progression
  • Kurative Behandlungsansätze
  • Verbesserung der Infrastruktur zur Erstellung von Patienten-Kohorten und zur Förderung klinischer Studien

Beteiligte Standorte 

Hannover-Braunschweig
München
Heidelberg

Ansprechpartner

Interview mit Michael Manns, TTU "Hepatitis"

Koordinator
Michael Manns, Medizinische Hochschule Hannover

Co-Koordinatoren
Ulrike Protzer, Technische Universität München / Helmholtz Zentrum München
Ralf Bartenschlager, Universität & Universitätsklinikum Heidelberg

Projektmanagerin
Sandra Westhaus