Hepatitis

Forscher wollen Prophylaxe und Heilungschancen der chronischen Virushepatitis optimieren.© DZIF/scienceRELATIONS

Weltweit sind etwa 325 Millionen Menschen mit dem Hepatitis B- (HBV) oder C-Virus (HCV) chronisch infiziert, 15 Millionen Menschen sind mit Hepatitis D und B koinfiziert. Die oft schleichend verlaufende Infektion greift die Leberzellen an und kann zu Leberzirrhose oder Leberkrebs führen. Gegen HBV gibt es eine vorbeugende Impfung, bei einer vorhandenen Erkrankung jedoch können antivirale Medikamente die Virusvermehrung lediglich eindämmen, aber nicht stoppen. Die Koinfektion mit HDV stellt eine zusätzliche Komplikation dar, da diese besonders schnell zu Leberzirrhose führt. Seit einigen Jahren kann die Hepatitis-C-Infektion, für die es nach wie vor keine Impfung gibt, durch neuartige Virostatika (Direct Acting Antivirals, DAA) mit hoher Erfolgsquote und geringen Nebenwirkungen geheilt werden. Die individualisierte Therapie von schwer behandelbaren Patienten bleibt eine große Herausforderung – auch im Hinblick auf die Kostenoptimierung.

Die DZIF-Wissenschaftler wollen die Prävention und Therapie der viralen Hepatitis verbessern, ihr ultimatives Ziel ist die Heilung.

Schwerpunkte

  • Epidemiologie und Strukturen der Virushepatitis in einkommensschwachen Ländern
    Eine große epidemiologische Studie zur chronischen HBV-Infektion wird in Burkina Faso durchgeführt. Mit Hilfe dieser Daten könnten auch in diesen Ländern konkrete Maßnahmen gegen Virushepatitis ergriffen werden.

  • Identifizierung neuer Angriffspunkte und Entwicklung neuer Therapien
    In zwei Verbundprojekten wird an der Heilung der Hepatitis B- und D-Infektionen geforscht. Unter anderem wird hier der spezifische Eintrittsinhibitor Myrcludex B entwickelt, welcher sich bereits in der klinischen Erprobung befindet.

  • Optimierung der Hepatitis-C-Behandlung
    Die Wissenschaftler erforschen die Rolle von Resistenzen gegen antivirale Medikamente sowie von Therapiestrategien für besonders schwer zu behandelnde Patienten – etwa Patienten, die bereits eine fortgeschrittene Zirrhose entwickelt haben.

  • Prävention der Virushepatitis C
    Entwickelt werden Impfstoffe gegen Hepatitis C. Zugrunde liegen Daten zur Immunantwort des Körpers bei Patienten, bei denen die Hepatitis-C-Infektion spontan ausheilte.
  • Entwicklung eines Netzwerks für klinische Studien
    Mithilfe der Infrastruktur HepNet Study House, welches als DZIF-weite Plattform die Erstellung von Patientenkohorten und die Durchführung von klinischen Studien zur Hepatitis unterstützt, wird ein enges Netzwerk innerhalb des DZIF sowie in Deutschland und Europa geknüpft.

Arbeitsgruppen

  •  HepNet Study-House
    Ansprechpartner: Michael Manns, Medizinische Hochschule Hannover
  • Professur "Klinische Infektionen mit Schwerpunkt virale Hepatitis”
    Ansprechpartner: Markus Cornberg, Medizinische Hochschule Hannover

  • Zentrale Einrichtung für primäre menschliche Leberzellen
    Ansprechpartner: Michael Bock, Medizinische Hochschule Hannover

  • Professur „Translationale Virologie“
    Ansprechpartner: Stephan Urban, Universität Heidelberg

  • Hepatitis Imaging Plattform
    Ansprechpartner: Ralf Bartenschlager, Universität Heidelberg

  • Professur „Immunpathologie viraler Infektionen“
    Ansprechpartner: Andreas Pichlmair, TU München

  • BSL3 Immun-Monitoring und Zellsortierung
    Ansprechpartnerin: Ulrike Protzer, Helmholtz Zentrum München und TU München

Beteiligte Standorte

Hannover-Braunschweig
München
Heidelberg

Hamburg-Lübeck-Borstel-Riems
Gießen-Marburg-Langen
Bonn-Köln

 

 

Ansprechpartner

Interview mit Michael Manns, TTU "Hepatitis"

Koordinator
Michael Manns, Medizinische Hochschule Hannover

Co-Koordinatoren
Ulrike Protzer, Technische Universität München / Helmholtz Zentrum München
Ralf Bartenschlager, Universität & Universitätsklinikum Heidelberg

Projektmanagerin
Petra Dörge