HIV

Rasterelektronenmikroskopische Aufnahme von HIV1 auf Lymphozyten.© CDC/C. Goldsmith

Die durch die HIV-Infektion ausgelöste Immunschwäche AIDS zählt weltweit zu den zehn häufigsten Todesursachen. Die Entwicklung effektiver antiretroviraler Behandlungsmethoden hat im letzten Jahrzehnt dazu geführt, dass HIV/AIDS zumindest in Ländern mit ausreichender Gesundheitsversorgung zu einer chronischen Krankheit wurde, die behandelbar ist. Auch bei langfristiger Behandlung bleibt der Erreger jedoch im Körper und wird bei Absetzen der Therapie wieder aktiv. Eine vorbeugende Impfung oder eine Heilung der HIV-Infektion ist trotz intensiver Studien derzeit nicht verfügbar.
 
Die ökonomischen und epidemiologischen Unterschiede zwischen Entwicklungs- und entwickelten Ländern erfordern unterschiedliche Prioritäten in der Forschung und der Behandlung von Patienten. Ärzte in Europa und Nordamerika sind heute vor allem mit den Folgen der Langzeit-Infektionen und der Langzeit-Behandlung ihrer Patienten konfrontiert. Im Gegensatz dazu muss in Entwicklungsländern das Augenmerk vor allem darauf liegen, etablierte Behandlungsmethoden mit minimalen finanziellen Mitteln einzusetzen und zu verbessern. Trotz der länderspezifischen Unterschiede gibt es drei Schwerpunkte, die im globalen Kampf gegen HIV/AIDS definiert werden können:

  • Vorbeugung von HIV-Infektionen
  • Langzeit-Leben mit HIV
  • Heilung von HIV

Um sich diesen globalen Herausforderungen stellen zu können, hat die Thematische Translations-Einheit (TTU) „HIV" die folgenden Forschungsschwerpunkte und Projekte definiert:

  • Vorbeugung von HIV-Infektionen: Um vielversprechende Angriffspunkte für Präventionsmaßnahmen zu identifizieren, wird sich die TTU HIV vor allem auf die Bereiche der angeborenen Immunität und Restriktionsfaktoren gegen HIV konzentrieren: Rekrutierung definierter Patienten-Kohorten (vor allem in Bezug auf Langzeit-Überlebende der HIV-Infektion und akute HIV-Infektionen) in Deutschland und Afrika und Stärkung der Verbindung von präklinischer und klinischer Forschung; Verknüpfung mit zentralen Daten am Robert-Koch-Institut.
  • Langzeit-Leben mit HIV: Entwicklung neuer HIV-Behandlungsmethoden basierend vor allem auf der Expertise bei Leberschäden und Papilloma-Virus-Infektion: Studie zur Impfung von HIV-Patienten gegen Papillomvirus-Infektionen; Untersuchungen zu Langzeitfolgen von HIV-Infektion mit Schwerpunkt auf Leberschäden (in Zusammenarbeit mit der TTU Hepatitis); Identifizierung von Faktoren des Immunsystems, die für die Kontrolle der HIV-Infektion wichtig sind.
  • Heilung von HIV: Translation präklinischer Ergebnisse zur Eliminierung von HIV durch das Ausschneiden des proviralen Genoms aus latent infizierten Zellen mittels einer modifizierten Rekombinase, Evaluierung in Kleintiermodellen; Entwicklung gentherapeutischer Ansätze und Untersuchungen proviraler Integrationsstellen in Patientenkohorten.

In das Gebiet „Heilung von HIV“ fällt auch ein Methodenschwerpunkt der TTU: das Visualisieren von HIV-Infektionen im lebenden Tiermodell unter der biologischen Sicherheitsstufe 3. Diese Infrastrukturmaßnahme wird in enger Zusammenarbeit mit der TTU Hepatitis durchgeführt und wird langfristig auch den anderen TTUs zur Verfügung stehen.

Weitere Infrastrukturmaßnahmen, die die TTU HIV plant beinhalten die Etablierung einer Professur für Kohorten-Studien von HIV-Infektion, einer Professur für Gentherapie und einer Professur für internationale klinische Studien, sowie einer Nachwuchsgruppe für präklinische HIV-Forschung.

Beteiligte Standorte

Heidelberg
Bonn-Köln
München
Hannover-Braunschweig
Gießen - Marburg - Langen
Hamburg - Lübeck - Borstel

Ansprechpartner

Koordinator
Hans-Georg Kräusslich, Universität & Universitätsklinikum Heidelberg
    
Co-Koordinatoren
Gerd Fätkenheuer, Universität & Universitätsklinikum Köln
Michael Hoelscher, Ludwig-Maximilians-Universität München & Klinikum der Universität München

Projektmanagerin
Doris Heidmann

 

 

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