DZIF Transplantationskohorte e. V.

Die Transplantationskohorte des DZIF ist ein Bestandteil des Forschungsbereiches "Infektionen im immungeschwächten Wirt" und speziell auf die Belange von Patienten ausgerichtet, die ein Spenderorgan oder eine Stammzelltransplantation erhalten haben.

Der Hintergrund

Empfänger von Spenderorganen sind lebenslang auf die Einnahme von Medikamenten angewiesen, um eine Abstoßung des neuen Organes zu verhindern. Diese Immunsuppressiva schwächen einen Teil der körpereigenen Immunantwort. Dies schützt das neue Organ, führt jedoch zu einer erhöhten Anfälligkeit für Infektionen. Organempfänger sind somit in besonderem Maße durch Krankheitserreger gefährdet. Auch Empfänger von Stammzellen verfügen durch die zugrundeliegende Erkrankung und die Behandlung zunächst über eine stark reduzierte Immunabwehr.

Dies bedeutet, dass Infektionen schneller als üblich auftreten und zu Komplikationen führen können. Wurde ein Organ transplantiert, so können Infektionen die Funktion des Organes beeinträchtigen und im schlimmsten Fall auch zu einem Versagen des neuen Organes führen.

Das individuelle Risiko der Patienten, Komplikationen zu erfahren, ist von vielen verschiedenen Faktoren abhängig. Je besser die Zusammenhänge zwischen der Art der Transplantation, den Vorerkrankungen, der Medikation und auftretenden Infektionen verstanden sind, desto besser können in der Praxis die Prävention und die Behandlung erfolgen.

Unsere Ziele

Mit Hilfe der Transplantationskohorte können medizinische Daten und biologische Proben von transplantierten Patienten in ganz Deutschland gesammelt und verwaltet werden. Diese Daten und Proben bilden die Grundlage wissenschaftlicher Studien. Dabei werden Zusammenhänge zwischen den zahlreichen Faktoren untersucht, die einen Einfluss auf die Infektanfälligkeit und die Funktion der Organe haben können. In Zusammenarbeit mit den beteiligten Kliniken und Forschungseinrichtungen wollen wir den Austausch von Erfahrungen fördern und neues Wissen erlangen. Die Studienergebnisse können dazu führen, dass neue Erkenntnisse gewonnen und die Behandlung von transplantierten Patienten fortlaufend verbessert werden können.

Ansprechpartner

Dr. Daniela Schindler
Kliniken der Technischen Universität und der Ludwig-Maximilians-Universität München