Arbeitsgruppe

Transplantationskohorte

Kurzbeschreibung

Mit Hilfe der DZIF-Transplantationskohorte können medizinische Daten und biologische Proben von transplantierten Patienten in ganz Deutschland gesammelt und verwaltet werden. Diese Daten und Proben bilden die Grundlage wissenschaftlicher Studien. Dabei werden Zusammenhänge zwischen den zahlreichen Faktoren untersucht, die einen Einfluss auf die Infektanfälligkeit und die Funktion der Organe haben können.

Ende 2018 waren 1032 Patienten in die Datenbank eingeschlossen und 12.291 Bioproben gesammelt.

Ansprechpartner
„Je besser wir die Zusammenhänge zwischen Transplantation, Vorerkrankungen, medikamentöser Therapie und Infektionen verstehen, desto effektiver können wir bei diesen Risikopatienten die Prävention, Diagnostik und Behandlung durchführen.“
Dr. Daniela Schindler
Daniela Schindler
Projektmanagerin DZIF-Transplantationskohorte

Die Transplantationskohorte des DZIF ist speziell auf die Belange von Patienten ausgerichtet, die ein Spenderorgan oder eine Stammzelltransplantation erhalten haben.

Hintergrund

Empfänger von Spenderorganen sind lebenslang auf die Einnahme von Medikamenten angewiesen, um eine Abstoßung des neuen Organs zu verhindern. Diese Immunsuppressiva schwächen einen Teil der körpereigenen Immunantwort. Dies schützt das neue Organ, führt jedoch zu einer erhöhten Anfälligkeit für Infektionen. Organempfänger sind somit in besonderem Maße durch Krankheitserreger gefährdet. Auch bei Empfängern von Stammzellen ist die Immunabwehr durch die zugrundeliegende Erkrankung und Behandlung zunächst stark reduziert.

Dies bedeutet, dass Infektionen schneller als üblich auftreten und zu Komplikationen führen können. Wurde ein Organ transplantiert, so können Infektionen die Funktion des Organs beeinträchtigen und im schlimmsten Fall auch zu einem Versagen des neuen Organs führen.

Das individuelle Risiko der Patienten für Komplikationen ist von vielen verschiedenen Faktoren abhängig. Je besser die Zusammenhänge zwischen der Art der Transplantation, den Vorerkrankungen, der Medikation und auftretenden Infektionen aufgeklärt werden, desto besser können in der Praxis die Prävention und die Behandlung erfolgen.

DZIF-Transplantationskohorte e.V.

Struktur

Die Transplantationskohorte wird als gemeinnütziger, eingetragener Verein geführt. Die Mitglieder setzen sich aus den beteiligten Transplantationskliniken und wissenschaftlichen Einrichtungen zusammen. Auf Antrag können Daten und Proben der Kohorte an Forschungsgruppen herausgegeben werden. Das wissenschaftliche Leitungsgremium begutachtet die eingehenden Anträge und wird dabei von externen Gutachtern unterstützt.

Weitere Partner im DZIF und extern:

  • DZIF-Infrastruktur "Biobanken"
  • DZIF-Infrastruktur "Epidemiologie
  • Bitcare GmbH

Daten und Proben

Wesentlicher Bestandteil der Transplantationskohorte ist die Kohortendatenbank, die vom Institut für Medizinische Statistik und Epidemiologie des Klinikums rechts der Isar in München entwickelt wurde und nun von der Firma Bitcare GmbH betrieben wird.

In dieser Datenbank werden Informationen gesammelt, die Aufschluss über das individuelle Infektionsrisiko transplantierter Patienten geben können. Dazu gehören Informationen zu Vorerkrankungen, bestehenden Infektionen, dem Verlauf der Transplantation, der Medikation und auftretenden infektiösen Ereignissen.

Als weitere wichtige Grundlage für spätere Studien dient Biomaterial der transplantierten Patienten. Es werden Proben verwendet, die im Laufe der routinemäßigen Behandlung der Patienten zusätzlich gewonnen werden.

Ethik und Datenschutz

Für die Transplantationskohorte wurde ein Ethik- und Datenschutzkonzept erstellt, das von allen teilnehmenden Einrichtungen genehmigt wurde und gemäß der neuen Datenschutzgrundverordnung überarbeitet wurde. Eine Teilnahme ist nur nach vorangegangener Aufklärung und Einwilligung der Patienten möglich.

Die teilnehmenden Universitätskliniken erhalten jeweils einen eigenen Zugang zur Datenbank. Dieser Zugang erlaubt ausschließlich den Zugriff auf die eigenen Patienten. Für die Weiterverarbeitung der Daten werden diese ausschließlich in pseudonymisierter Form herausgegeben.

Auch die Bioproben werden in pseudonymisierter Form gelagert und verarbeitet. Neben der Dokumentation in der Kohortendatenbank selbst werden die Bioproben zusätzlich im Zentralen Bioproben-Register des DZIF verwaltet.

 

Alle Bioproben sind im Zentralen Bioregister dokumentiert.