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Porträt

Gemeinsam gegen Infektionen

Die aktuelle Corona-Pandemie hat klar gezeigt, welche Bedeutung der Infektionsforschung zukommt. Dass noch unbekannte Viren wie zuletzt SARS-CoV-2 auftreten und sich pandemisch ausbreiten, ist keineswegs neu. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler im Deutschen Zentrum für Infektionsforschung (DZIF) widmen diesem Problem bereits seit Gründung im Jahr 2012 mit dem Forschungsbereich „Neu auftretende Infektionskrankheiten“ einen eigenen Schwerpunkt.

Entschiedenes Handeln ist aber auch bei anderen Problemen in der Infektionsforschung gefragt: Chronische Infektionen, immer mehr immungeschwächte Patienten in einer zunehmend älteren Gesellschaft und die globale Zunahme der Antibiotikaresistenzen zählen neben den neu auftretenden Viren zu den großen infektiologischen Herausforderungen unserer Zeit. Unsere Aktivitäten im Bereich der Infektionsforschung sind strategisch auf die Bewältigung dieser Herausforderungen ausgerichtet.

Dazu führen wir im DZIF die Expertise von über 500 Forschenden aus 35 Mitgliedseinrichtungen und aus den unterschiedlichsten Bereichen – u. a. Medizin, Biologie, Epidemiologie, Chemie und Bioinformatik – zusammen.

Die großen Herausforderungen

In neun Forschungsbereichen und vier übergreifenden Infrastrukturen widmen wir uns den vier großen infektiologischen Herausforderungen unserer Zeit:

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  • Chronische Infektionskrankheiten wie HIV, Hepatitis oder Tuberkulose.
  • Antimikrobielle Resistenzen: Viele Erreger sprechen mittlerweile nicht mehr auf gängige Antibiotika an.
  • Tropische und neu auftretende Infektionskrankheiten wie Malaria, Ebola oder COVID-19.
  • Immunprävention und -therapie: Immungeschwächte Menschen sind besonders von Infektionen bedroht.

Forschungsbereiche – die großen Volkskrankheiten im Blick

In neun Forschungsbereichen bündelt das DZIF Projekte, die sich jeweils einem Erreger, einer bestimmten Erkrankung oder einem gemeinsamen Thema innerhalb der Infektionsforschung widmen. Neben „Neu auftretenden Infektionskrankheiten“, stehen „Krankenhauskeime und Antibiotika-resistente Bakterien“, „Neue Antibiotika“, „HIV“, „Hepatitis“, „Tuberkulose“ sowie „Malaria und vernachlässigte Tropenkrankheiten“ genauso im Fokus der Forschung wie „Gastrointestinale Infektionen“ und „Infektionen im immungeschwächten Wirt“.

Infrastrukturen – gemeinsame Serviceeinrichtungen und DZIF-Academy

Die Infrastrukturen bieten den Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern im DZIF Unterstützung bei ihrer Forschung. Auf dem Weg zu einem neuen Medikament tauchen zahlreiche Fragen auf, die selbst Forschende nicht so einfach beantworten können. Hier steht die „Produktentwicklung“ mit Rat und Tat zur Seite. Die „Klinischen Studienzentren“ koordinieren Studien, sobald ein Wirkstoff die ersten Hürden genommen hat. Über die DZIF-Infrastruktur „Bioressourcen, Biodaten und digitale Gesundheit“ erhalten Forschende zum Beispiel Probenmaterial aus Geweben oder Zellen.

Die DZIF-Academy – junge Forschende unterstützen
Seit Gründung setzen wir uns dafür ein, dass junge Forschende, Ärztinnen und Ärzte erfolgreich in die Infektionsforschung einsteigen können. Eigens dafür wurde die DZIF-Academy als vierte Infrastruktur eingerichtet. Die Academy vergibt Stipendien an junge Eltern sowie Ärztinnen und Ärzte, die auf diese Weise den Klinikalltag zugunsten der Forschung ruhen lassen können.

Globalisierung – grenzenlos denken und handeln

Dass Infektionen vor Grenzen nicht haltmachen, hat SARS-CoV-2-uns wieder einmal deutlich vor Augen geführt. Infektionsforscherinnen und -forscher müssen international denken und handeln. Genau das tun wir im DZIF von Beginn an: Mit Partner-Institutionen in Afrika und Europa arbeiten unsere Forschenden eng zusammen. Das DZIF engagiert sich außerdem unter anderem in der Impfstoff-Initiative CEPI und ist einer von zehn Partnern im Global Accelerator-Netzwerk von CARB-X. CARB-X beschleunigt weltweit Projekte zur Entwicklung neuer Medikamente im Kampf gegen Antibiotika-resistente Keime.

Den Anstoß für die Gründung gab das Forschungsministerium

2012 ergriff das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) die Initiative zur Gründung des DZIF. Insgesamt hat das Zentrum 35 universitäre und außeruniversitäre Mitgliedseinrichtungen an sieben Standorten in Deutschland. Die Finanzierung der DZIF-Projekte und Stipendien erfolgt zu 90 Prozent aus Bundesmitteln und zu zehn Prozent aus Mitteln der beteiligten Länder. Neben dem DZIF gibt es fünf, künftig sieben weitere Deutsche Zentren der Gesundheitsforschung, um den sogenannten Volkskrankheiten entgegenzuwirken.