Krankenhauskeime und Antibiotika-resistente Bakterien

Methicillin-resistente Staphylococcus areus-Bakterien (MRSA) gehören zu den gefürchteten Krankenhauskeimen.© National Institute of Allergy and Infectious

Besondere Sorge bereitet Medizinern die Zunahme von Infektionen mit bakteriellen Krankheitserregern, die gegen Antibiotika resistent sind. Diese Art der Infektionen hat in den letzten Jahren massiv zugenommen. Die schwersten Fälle von krankenhausbedingten bakteriellen Infektionen werden durch Methicillin-resistente Staphylococcus aureus-Stämme und Beta-Laktamase produzierende Enterobakterien (ESBL) verursacht. Immer häufiger versagen die gängigen Antibiotika.

Der DZIF-Forschungsbereich „Krankenhauskeime und Antibiotika-resistente Bakterien“ hat zum Ziel, neue Strategien gegen die Entstehung und Ausbreitung von Resistenzen zu entwickeln. Hierzu gehört sowohl eine verbesserte Kontrolle der Infektionsausbreitung und der verantwortungsvollere Umgang mit Antibiotika (z.B. Antibiotic Stewardship) als auch die Entwicklung neuer Impfstoffe und Medikamente.

Schwerpunkte

  • Multiresistente Bakterien: Dekolonisierung
    Viele Keime, die im Krankenhaus zu problematischen Infektionen führen, bringt der Mensch bereits mit. So ist beispielsweise häufig die Nase mit Staphylococcus aureus besiedelt, was im Normalfall keine Auswirkungen hat, bei einer Operation beispielsweise aber schwerwiegende Folgen haben kann. Die Wissenschaftler wollen Therapieformen entwickeln, um diese Bakterien rechtzeitig, also vor einem Eingriff, zu eliminieren.
  • Prävention und Therapie von Infektionen mit multiresistenten Bakterien
    Eindämmung der Weiterverbreitung multiresistenter gramnegativer Bakterien durch verbessertes Hygienemanagement und Antibiotic-Stewardship-Programme. Personalisierte Antibiotikatherapie gegen Sepsis.
  • Überwachung und Management von Ausbrüchen im Krankenhaus
    Mit Hilfe von Genomsequenzierung werden Bakterienstämme im Krankenhaus kontrolliert; gefährliche Ausbrüche können rechtzeitig erkannt und eingedämmt werden.


Arbeitsgruppen

  • Junior-Professur: „Krankenhauskeime“
    Ansprechpartner: Matthias Willmann, Universität Tübingen
  • Klinische Forschergruppe „Krankenhausinfektionen“
    Ansprechpartner: Evelina Tacconelli, Universität Tübingen
  • Nachwuchsgruppe: „Targets gegen Staphylokokken“
    Ansprechpartner: Fabian Grein, Universität Bonn


Beteiligte Standorte

Tübingen
Bonn-Köln
Gießen-Marburg-Langen

Ansprechpartner

Interview mit Andreas Peschel, TTU "Krankenhauskeime und Antibiotika-resistente Bakterien"

Koordinator
Evelina Tacconelli, Universität & Universitätsklinikum Tübingen

Co-Koordinatoren
Harald Seifert, Universität & Universitätsklinikum Köln
Trinad Chakraborty, Universität Gießen
Andreas Peschel, Universität & Universitätsklinikum Tübingen

Projektmanager

Dirk Kraus

Silke Schultz