Malaria

Malaria wird durch Mücken übertragen. Eine vorbeugende Impfung gibt es nicht. © CDC/James Gathany

Etwa 200 Millionen Menschen erkranken jährlich neu an Malaria, überwiegend in Afrika. Schuld an der Tropenkrankheit sind Parasiten, die so genannten Plasmodien. Sie werden durch Mückenstiche übertragen. Zu den Symptomen der Malaria zählen hohes, wiederkehrendes Fieber, das sich mit fieberfreien Phasen abwechselt, Schüttelfrost und Beschwerden des Magen- und Darm-Trakts. Insbesondere bei Kindern unter fünf Jahren führt die Krankheit häufig zum Tod.

Obwohl zu Malaria schon umfangreiche Forschung betrieben wird, ist der Kampf gegen das „Wechselfieber“ zäh: Regional unterschiedliche Erreger und genetische Unterschiede betroffener Bevölkerungsgruppen, Co-Infektionen mit anderen Keimen und zunehmende Resistenzen gegenüber vorhandenen Medikamenten erschweren die Arbeit der Wissenschaftler. DZIF-Forscher des Bereichs „Malaria“ in Tübingen, Heidelberg und Hamburg-Lübeck-Borstel-Riems verfolgen daher auch unkonventionelle Wege: Sie testen und verbessern alternative Impfverfahren und entwickeln Parasiten-Hemmer. Zudem erforschen sie die regionale Verbreitung der Malaria-Erreger, um Maßnahmen gegen die Krankheit in den betroffenen Regionen optimal planen zu können. Afrikanische Partner-Institutionen in Ghana, Burkina Faso und Gabun sind unerlässlich für die Durchführung verschiedener Forschungsprojekte.

Schwerpunkte

  • Vorbeugung
    Trotz intensiver Bemühungen existiert bis heute kein zuverlässiger Impfstoff  gegen Malaria. Am Universitätsklinikum Tübingen testen und optimieren DZIF-Forscher neue Impfverfahren.

  • Diagnose
    DZIF-Forscher haben das Ziel, neue Diagnostika mit hoher Empfindlichkeit, Spezifität und hoher prognostischer Aussagekraft zu entwickeln und zu evaluieren. Sie sollen ermöglichen, Malaria von anderen fieberhaften Erkrankungen bei Kindern in Sub-Sahara-Afrika abgrenzen zu können.

  • Behandlung
    Entwicklung von neuen vielversprechenden Parasiten-Hemmern von der präklinischen in die klinische Phase.
  • Epidemiologie
    Untersuchung der regionalen Verteilung des Parasiten, um eine effektive Planung von Maßnahmen gegen die Malaria in endemischen Gebieten zu ermöglichen.


Arbeitsgruppen

  • Forschungsgruppe „Untersuchung asymptomatischer Plasmodien während der Trockenzeit
    Der Schwerpunkt der Arbeit liegt auf der Vektorkontrolle und auf der Untersuchung asymptomatischer Plasmodium falciparum-Parasiten, sowie deren Interaktion mit dem menschlichen Wirt während der Trockenzeit.
    Ansprechpartner
    : Silvia Portugal, Universitätsklinikum Heidelberg
  • Professur/ Klinische Studien-Plattform
    Infrastruktur für den schnellen Start klinischer Studien zu neuen Anti-Malaria-Interventionen in Tübingen. Schwerpunkt sind frühe Wirksamkeitstests mit innovativem Studiendesign wie dem kontrollierten humanen Malaria-Infektionsmodell.
    Ansprechpartner
    : Benjamin Mordmüller, Universitätsklinikum Tübingen
  • Professur/ Klinische Forschungsgruppe (Lambaréné)
    Die Forschungsgruppe ermöglicht, kurzfristig klinische Studien vor Ort in Lambaréné, Afrika, durchzuführen. Neue Ansätze, die bereits in Tübingen erfolgreich getestet wurden, können erstmals in endemischen Gebieten erprobt werden.
    Ansprechpartner:
    Ayola Akim Adegnika, Lambaréné, Gabun
  • Forschungsgruppe „Mathematische Modelle und Biostatistik”
    Hier werden mathematische Modelle erstellt, die den Verlauf einer Infektion, deren Ausbreitung und die menschliche Immunreaktion näher beschreiben. Außerdem arbeitet die Forschungsgruppe daran, Algorithmen für Biomarker und andere Diagnostika zu entwickeln, die eine Unterscheidung zwischen Malaria, Sepsis und anderen Infektionskrankheiten ermöglichen.
    Ansprechpartner:
    Ralf Krumkamp, Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin, Hamburg

 

Beteiligte Standorte

Tübingen
Heidelberg
Hamburg-Lübeck-Borstel-Riems

Ansprechpartner

Interview mit Peter Kremsner, TTU "Malaria"

Koordinator
Peter Kremsner, Universität & Universitätsklinikum Tübingen

Co-Koordinatoren
Michael Lanzer, Universität & Universitätsklinikum Heidelberg
Jürgen May, Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin

Projektmanagerin
Maddalena di Lellis