Auftakttreffen zum Forschungsprojekt GUARDIAN in Gießen markiert Startschuss für die interdisziplinäre Zusammenarbeit gegen Antibiotikaresistenzen

Das Projekt GUARDIAN nutzt KI zum Kampf gegen resistente Bakterien.

© JLU (Generated by AI using ChatGPT)

Am DZIF-Standort Gießen fiel im Rahmen eines feierlichen Auftakttreffens der Startschuss für das vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) mit 3,5 Millionen Euro geförderte Forschungsprojekt GUARDIAN. Drei Jahre lang arbeiten unter der Leitung von Prof. Dr. Keywan Sohrabi Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Humanmedizin, Veterinärmedizin, Medizinischer Informatik, Mikrobiologie, Bioinformatik, Epidemiologie, Umweltwissenschaften und Gesundheitswesen gemeinsam daran, die Ausbreitung antibiotikaresistenter Bakterien besser zu verstehen und präventiv einzudämmen.

Europaweit und auch in Deutschland gewinnen multiresistente Bakterien, insbesondere aus der Familie der Enterobakterien, immer mehr an Bedeutung. Sie stellen eine zunehmende Gefahr für die öffentliche Gesundheit dar, da sie Krankheitsausbrüche verursachen und aufgrund ihrer Widerstandsfähigkeit gegenüber gängigen Antibiotika schwer behandelbar sind. Ziel des Projekts GUARDIAN „Genom-basierte Identifizierung, Analyse und Prädiktion antimikrobieller Resistenzen in One-Health-Netzwerken unter Verwendung von künstlicher Intelligenz“ ist es, mithilfe modernster Methoden der Künstlichen Intelligenz Ausbrüche dieser Keime zukünftig frühzeitig zu erkennen, nachzuvollziehen und Präventionsstrategien zu entwickeln.

Im Rahmen des Kick-Off-Meetings kamen die beteiligten Partner zu einem intensiven Austausch zusammen. Mit dabei waren unter anderem Forschende aus dem DZIF-Forschungsbereich „Gesundheitssystem-assoziierte Infektionen“ des Instituts für Medizinische Mikrobiologie der Justus-Liebig-Universität (JLU) (PD Dr. Torsten Hain und PD Dr. Can Imirzalioglu) und des Instituts für Medizinische Mikrobiologie der Philipps-Universität Marburg (Prof. Dr. Isabelle Bekeredjian-Ding). Zudem sind am Verbundprojekt das Institut für medizinische Informatik, die Bioinformatik und Systembiologie und das Institut für Hygiene und Infektionskrankheiten der Tiere der JLU beteiligt sowie der Landesbetrieb Hessisches Landeslabor, das Hessische Landesamt für Gesundheit und Pflege, die Universitätsmedizin Greifswald und die Technische Hochschule Mittelhessen. Gemeinsam legten die Teilnehmenden die Grundsteine für die weitere Zusammenarbeit, vereinbarten Arbeitspläne und definierten die nächsten Meilensteine.

Im Rahmen des Projekts werden in den kommenden Jahren erstmals umfangreiche Daten aus Humanmedizin, Tiermedizin, Lebensmittelsicherheit und Umwelt systematisch zusammengeführt und ausgewertet. Im Mittelpunkt stehen dabei multiresistente Bakterienarten wie Citrobacter, Escherichia coli, Klebsiella und Enterobacter. Künstliche Intelligenz soll helfen, die potenziellen Verbreitungswege dieser Erreger vorherzusagen. Ein besonderer Fokus liegt dabei auf dem Austausch von Resistenzgenen über sogenannte Plasmide – kleine, ringförmige DNA-Strukturen, die für die schnelle Weitergabe an andere Bakterien sorgen.

Mit seinem vernetzten One-Health-Ansatz schlägt GUARDIAN eine Brücke zwischen unterschiedlichen Disziplinen und trägt so dazu bei, wirksame Maßnahmen zur Prävention und Kontrolle antibiotikaresistenter Keime im Gesundheitswesen und darüber hinaus zu entwickeln. Prof. Dr. Keywan Sohrabi betont: „Antibiotikaresistenzen sind eine der drängendsten Herausforderungen unserer Zeit. Nur durch die Bündelung von Wissen und Kompetenzen unterschiedlicher Fachbereiche können wir nachhaltige Lösungen finden.“

Weitere Informationen

https://www.gesundheitsforschung-bmftr.de/de/guardian-genom-basierte-identifizierung-analyse-und-pradiktion-antimikrobieller-19150.php

https://www.uni-giessen.de/de/ueber-uns/pressestelle/pm/pm06-26mitkigegenresistentebakterien 

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