Gastrointestinale Infektionen

Entwicklung von Impfstoffen

Im Mittelpunkt stehen Impfstoffe gegen den Magenkeim Helicobacter pylori und Noroviren.

Für bzw. gegen die meisten Erreger gastrointestinaler Infektionen existieren keine Impfstoffe. Die wenigen verfügbaren Impfstoffe, beispielsweise gegen Cholera oder Typhus, haben nur eine beschränkte und kurzfristige Wirksamkeit. Aufgrund der Häufigkeit von gastrointestinalen Infektionen und der gleichzeitig sehr limitierten Therapiemöglichkeiten besteht ein sehr großer Bedarf für neue Impfstoffe. Eine Herausforderung ist hier die Notwendigkeit, einen Impfschutz im Magen-Darm Trakt zu erzeugen, also die Immunantwort in die Magen- und Darmschleimhaut zu dirigieren.

Ein wichtiger Krankheitserreger des Magen-Darm-Traktes ist das Bakterium Helicobacter pylori, das weltweit jeden zweiten Menschen infiziert, und meist lebenslang im Magen verbleibt. Es gilt als Hauptursache für die Entstehung von Magengeschwüren und Magenkrebs. Zwar gibt es wirksame Antibiotika, doch sie verlieren durch vermehrt auftretende Resistenzen zunehmend an Wirkung. Hier suchen DZIF Gruppen nach Impfstoffen, die die Infektion verhindern könnten. Nicht minder gefürchtet als Verursacher von Infektionen im Magen-Darm-Trakt sind die Noroviren, die immer wieder zu größeren Ausbrüchen von akuten Magen-Darm Erkrankungen führen. Eine Infektion zeigt sich durch Symptome wie heftiges Erbrechen und starken Durchfall. Meist besteht die Infektion nur wenige Tage und klingt ohne bleibende Schäden wieder ab. Für kleine Kinder und ältere Menschen kann der hohe Flüssigkeitsverlust bei Norovirus Erkrankungen aber gefährlich werden. Im Mittelpunkt der DZIF-Studien stehen Impfstoffe gegen den Magenkeim Helicobacter pylori und gegen Noroviren.

Impfen gegen Magenkeime

Elektronenmikroskopisches Porträt des gefürchteten Magenkeims Helicobacter pylori.

© TUM München/M.Gerhard

Für H. pylori soll ein Impfstoff entwickelt werden, der insbesondere gegen spezifische Oberflächenstrukturen des Keims gerichtet ist, mit denen der Keim an die Schleimhaut bindet. So soll verhindert werden, dass die Infektion sich überhaupt erst im Magen festsetzen kann. Dieser Impfstoff befindet sich noch in der frühen präklinischen Entwicklungsphase.

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