Arbeitsgruppe

HepNet Study-House

Kurzbeschreibung

Das HepNet Study-House vernetzt einzelne Studienzentren in dem Bereich der Hepatitis-Forschung und schafft eine zentrale Plattform, um klinische Studien (Investigator initiated trials) durchzuführen und Patientenkohorten im Bereich viraler Hepatitis aufzubauen. Das Study-House stellt einerseits eine Anlaufstelle dar für Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sowie Kooperationspartner, die Interesse an der Durchführung einer Studie haben. Andererseits bietet es die deutschlandweite Vernetzung zu Praxen und Ärzten, die Interesse an einer Studienteilnahme haben. Das DZIF kann Infrastrukturen und Kohorten für seine Projekte nutzen. In den letzten Jahren wurden im Study-House viele multizentrische, auch internationale Studien durchgeführt.

Forschungsbereiche
Ansprechpartner

Hauptprojekte im HepNet Study-House sind klinische Studien zur Therapie der akuten Hepatitis C (HCV). Die HepNet-Studienkohorten von Patienten mit akuter Hepatitis C sind weltweit einzigartig. Die akute HCV-IV-Studie wurde als erste mit offizieller DZIF-Förderung durchgeführt. In dieser Studie wurden weltweit erstmals Patientinnen und Patienten mit akuter HCV-Infektion mit der neuen Interferon-freien Therapie behandelt. 2019 ist die HepNet aHCV-V Studie gestartet, die auch mit DZIF-Mitteln ermöglicht wird. Erste Ergebnisse sollen 2022 auf verschiedenen Kongressen vorgestellt werden.

Ein weiterer Schwerpunkt im HepNet Study-House liegt bei Studien und Patientenkohorten zur Therapie der chronischen Hepatitis D. Die im HepNet Study-House durchgeführten internationalen und multizentrischen Studien zur Therapie der chronischen Hepatitis D sind die bislang weltweit größten Studien, die in diesem Bereich durchgeführt wurden. Zusätzlich hat das HepNet Study-House in den letzten Jahren ein internationales Netzwerk mit Patientendatenbank - das „Hepatitis Delta International Network“ - aufgebaut (www.hepatitis-delta.org). Mittlerweile sind alle auf dem Gebiet führenden Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler im Bereich der Hepatitis D an diesem Netzwerk beteiligt und es finden zweimal jährlichen Treffen mit etwa 100 Personen statt. In die internationale Patientendatenbank konnten bereits mehr als 1.800 Patientinnen und Patienten aus allen Teilen der Welt eingeschlossen werden. Eine erste Datenanalyse wurde 2017 in Liver International publiziert. Darüber hinaus wurde im Rahmen der Zulassung des ersten Medikaments zur Behandlung von Hepatitis D (Hepcludex®) 2020 ein weiteres europäisches Hepatitis-Delta-Register unter Beteiligung des Study-Houses gestartet.

Zusätzlich zu den beiden Schwerpunktthemen akute Hepatitis C und Hepatitis D, konnte im HepNet Study-House die weltweit erste Studie zur Behandlung der chronischen Hepatitis E durchgeführt werden (HepNet pilot trial: Multicenter trial for the treatment of chronic hepatitis E with sofosbuvir (SofE)). Die Ergebnisse wurden 2020 im Journal of Hepatology publiziert. Aus dieser Studie gewonnene Proben werden von verschiedenen Arbeitsgruppen im Forschungsbereich Hepatitis genutzt und die ersten Ergebnisse auf verschiedenen Kongressen vorgestellt.
Der Aufbau eines nationalen Hepatitis-E-Registers ist für 2021 initiiert.

Darüber hinaus erfolgt 2021 der Ausbau einer bestehenden Hepatitis-B-Patientenkohorte in einem europäischen Verbund. Umfangreiche Datenerhebungen in Registern sind ein wichtiges Tool, um Therapieoptionen zu verbessern und Patientenkollektive umfassend zu charakterisieren. Neben eigenen wissenschaftlichen Fragestellungen ist ein Ziel des europäischen HBV-Registers die Rekrutierungsunterstützung klinischer DZIF-Forschungsprojekte in einem genau charakterisierten Patientenkollektiv.

Fazit

Das HepNet Study-House trägt mit seinen klinischen Studien und Patientenkohorten auch weiterhin zu der Entwicklung neuer Therapieansätze oder der Optimierung bekannter Therapien bei.
Die erfolgreiche Kooperation zwischen Universitätsmedizin, Forschung und der Pharmaindustrie ermöglicht es, große multizentrische IIT-Studien (investigator initiated trials) durchzuführen und die translationale Forschung im Bereich der viralen Hepatitis zu unterstützen.

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