MERS: Dromedare erfolgreich geimpft

Dromedare gelten als Überträger des MERS-Coronavirus.

© Drosten/Uniklinik Bonn

Ein deutsch-niederländisches Forscherteam hat Dromedare gegen das Mers-Coronavirus erfolgreich geimpft. Sie gelten als Überträger der Infektionskrankheit auf den Menschen. Der Impfstoffkandidat wird im Deutschen Zentrum für Infektionsforschung auch erstmals am Menschen getestet werden. Prof. Dr. Gerd Sutter, LMU München, wird die Phase-I-Studie leiten.

Das Mers-Virus löst eine Erkrankung der Atemwege aus, die bei Menschen tödlich verlaufen kann. Als Überträger des Virus gelten Dromedare, einhöckrige Kamele. Forscher um Gerd Sutter, Inhaber des Lehrstuhls für Virologie am Institut für Infektionsmedizin und Zoonosen der Tierärztlichen Fakultät der LMU, um Professor Bart L. Haagmans vom Erasmus Medical Center (MC) in Rotterdam und Professor Albert Osterhaus von der Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover haben ihren Impfstoffkandidaten MVA-MERS-S nun erfolgreich an Dromedaren getestet. „Wir haben zum ersten Mal gezeigt, dass durch unseren Impfstoff die Viruslast in Kamelen signifikant reduziert wird“, sagt Gerd Sutter. Die Ergebnisse veröffentlichte das Forscherteam im renommierten Magazin Science.

Der Impfstoffkandidat MVA-MERS-S wurde von Gerd Sutter bereits vor zwei Jahren entwickelt. Der Virologe hat in Zusammenarbeit mit Forschern der Philipps-Universität Marburg und des Erasmus MC ein Mers-Gen in ein abgeschwächtes Pockenvirus (MVA) geschleust und so ein Impfvirus hergestellt. Die Wirksamkeit von MVA-MERS-S wurde in den vergangenen Jahren bereits in mehreren Tests nachgewiesen.

Phase-I-Studie in Planung

MVA-MERS-S gilt auch als Impfstoffkandidat für den Menschen. Nach mehreren Tests erfüllt MVA-MERS-S inzwischen bereits wichtige Voraussetzungen, um im Rahmen einer klinischen Studie erstmals am Menschen getestet zu werden. Gerd Sutter leitet dafür am DZIF das Projekt „GMP manufacture and Phase I clinical investigation of MVA-MERS-S, an experimental prophylactic vaccine against the Middle East Respiratory Virus Syndrome“.

Zur vollständigen Pressemitteilung der LMU

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