Arbeitsgruppe

Evidenzbasierte Medizin in der Tropenmedizin

Kurzbeschreibung

Die Arbeitsgruppe stützt die evidenzbasierte Tropenmedizin im DZIF, indem sie wissenschaftliche Erkenntnisse zu Diagnostik, Therapie und Prävention tropischer Infektionskrankheiten wie Malaria oder Dengue bündelt und bewertet. Mithilfe systematischer Literaturauswertungen, Metaanalysen und statistischer Analysen schafft sie die wissenschaftliche Grundlage für hochwertige medizinische Leitlinien und unterstützt die Planung klinischer Studien. Dadurch können Forschungsergebnisse schneller in die medizinische Versorgung übertragen werden. Die am Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin (BNITM) angesiedelte Infrastruktur steht allen DZIF-Forschenden offen und trägt dazu bei, dass medizinische Entscheidungen auf der bestmöglichen wissenschaftlichen Evidenz beruhen – zum Nutzen von Patientinnen und Patienten in Deutschland und weltweit.

Wissenschaftliche Evidenz als Grundlage für eine bessere Tropenmedizin

Die Arbeitsgruppe Evidenzbasierte Medizin (EBM) in der Tropenmedizin schafft eine zentrale Infrastruktur für evidenzbasierte Forschung innerhalb des Forschungsbereichs Malaria und vernachlässigte Tropenkrankheiten des DZIF. Ihr Ziel ist es, wissenschaftliche Erkenntnisse zu tropischen Infektionskrankheiten systematisch zusammenzutragen, kritisch zu bewerten und für Forschung, Leitlinienentwicklung und Patientenversorgung nutzbar zu machen.

Gerade in der Tropenmedizin fehlen für viele Erkrankungen – etwa Malaria oder Dengue – hochwertige, evidenzbasierte Leitlinien. Gleichzeitig wächst die Zahl wissenschaftlicher Studien kontinuierlich. Die Arbeitsgruppe sorgt dafür, dass diese Informationen nach international anerkannten Standards ausgewertet und in belastbare Handlungsempfehlungen überführt werden. So entstehen Leitlinien, die medizinische Entscheidungen auf eine transparente und wissenschaftlich fundierte Grundlage stellen.

Translation in die medizinische Praxis stärken

Dafür erstellt die Arbeitsgruppe systematische Literaturübersichten, Metaanalysen, Metaregressionen sowie weitere statistische Analysen zu klinischen, diagnostischen und therapeutischen Fragestellungen. Diese Evidenzsynthesen bilden nicht nur die Grundlage für Leitlinien, sondern unterstützen auch die Planung und Durchführung klinischer Studien. Sie helfen dabei, Forschungslücken zu identifizieren, Studien effizienter zu konzipieren und Forschungsressourcen gezielt einzusetzen.

Als methodische Infrastruktur steht die am Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin (BNITM) angesiedelte Arbeitsgruppe allen DZIF-Forschenden offen. Wissenschaftler:innen erhalten Unterstützung bei der Entwicklung von Studienprotokollen, der Auswahl geeigneter Endpunkte, der statistischen Planung sowie der Interpretation vorhandener Evidenz. Dadurch werden Forschungsprojekte wissenschaftlich robuster und ihre Ergebnisse besser vergleichbar.

Darüber hinaus stärkt die Arbeitsgruppe die internationale Sichtbarkeit des DZIF durch die Mitwirkung an nationalen und internationalen Leitlinien sowie durch hochwertige wissenschaftliche Publikationen. Ihre Arbeiten schaffen eine belastbare Wissensbasis für neue Diagnoseverfahren, Therapien und Präventionsstrategien und tragen dazu bei, Forschungsergebnisse schneller in die klinische Praxis zu übertragen.

Langfristig soll sich die Arbeitsgruppe zu einer zentralen Anlaufstelle für evidenzbasierte Tropenmedizin entwickeln. Neben der Unterstützung wissenschaftlicher Projekte fördert sie den methodischen Austausch zwischen Forschungseinrichtungen und klinischen Partnern, entwickelt moderne Ansätze der Evidenzsynthese weiter und schafft die Grundlage für digitale Wissens- und Entscheidungshilfen. Damit stärkt sie die Translation wissenschaftlicher Erkenntnisse in die Versorgung und verbessert die Behandlung von Patientinnen und Patienten sowohl in Endemiegebieten als auch in Deutschland.