Ein Impfstoff gegen das Epstein-Barr-Virus

Das Epstein-Barr-Virus (EBV) hindert infizierte Zellen daran, sich beim Immunsystem bemerkbar zu machen.

Das Epstein-Barr-Virus (EBV) hindert infizierte Zellen daran, sich beim Immunsystem bemerkbar zu machen.

© Georg Bornkamm/Helmholtz Zentrum München

Im DZIF wird das Epstein-Barr-Virus seit Jahren erforscht, nun geht ein erfolgversprechender Impfstoffkandidat vom Labor in die qualitätsgesicherte Herstellung. Im Anschluss daran können präklinische und frühe klinische Studien durchgeführt werden. Rund 200.000 Krebsfälle, so die Schätzungen, gehen weltweit jährlich auf EBV-Infektionen zurück.

„Dieser Impfstoff könnte das Potential haben, jedes Jahr hunderttausende Jugendliche und junge Erwachsene vor dem Pfeiffer’schen Drüsenfieber zu schützen.“
Prof. Wolfgang Hammerschmidt, Helmholtz Zentrum München
Projekt-Koordinator im DZIF

Hintergrund

Das Epstein-Barr-Virus, kurz EBV, ist weit verbreitet: Mehr als 90 Prozent der Menschen tragen dieses Herpesvirus lebenslang in sich. Die Infektion bleibt meist ohne Folgen. Doch die Ruhe ist trügerisch, denn EBV kann insbesondere bei späterer Infektion verschiedene Krankheiten auslösen. Beispiele sind das Pfeiffersche Drüsenfieber sowie einige Formen von Krebs. Für Patienten mit einer Immunschwäche stellt das Virus eine besondere Gefahr dar. Einen Impfstoff gibt es bisher nicht.

Entwicklung

Die Entwicklung des Impfstoffes begann vor etwa 20 Jahren am Helmholtz-Zentrum München (HMGU) mit der Entdeckung von Virus-ähnlichen Partikeln (VLPs) und wurde parallel dort und am Deutschen Krebsforschungszentrum in Heidelberg fortgeführt wurde.  Diese VLPs sind quasi leere Hüllen aus Virusproteinen, die kein Erbgut des Virus enthalten, dem Immunsystem aber eine EBV-Infektion signalisieren und so Abwehrreaktionen auslösen. Sie sind ein sicherer und vielversprechender Vakzinkandidat, da sie humorale und zelluläre Immunantworten effizient induzieren können.