Entwicklung und Optimierung diagnostischer Verfahren
Neue diagnostische Verfahren sollen resistente Erreger schnell und zuverlässig identifizieren. Moderne diagnostische Methoden und Omics-basierte Ansätze ermöglichen die Analyse von Resistenz- und Virulenzfaktoren, um Infektionen frühzeitig zu erkennen und Therapien noch gezielter auszuwählen.
Durch den Einsatz datengetriebener Prognosemodelle und hochauflösender Diagnostik sollen Therapieentscheidungen in der klinischen Praxis beschleunigt und die Ausbreitung multiresistenter Erreger langfristig reduziert werden. Voraussetzung dafür sind deutlich verkürzte Diagnosezeiten, um die Antibiotikaexposition und den damit verbundenen Selektionsdruck zu minimieren.
Methodisch greifen wir dabei auf hochauflösende Kohorten zurück, die die Sammlung und Analyse eines breiten Spektrums biologischer Proben sowie klinischer Surveillance-Daten erlauben. Aufbauend auf diesen Kohorten sowie den Projekten R-Net und Shield entwickeln wir innovative diagnostische Verfahren:
Lateral-Flow-basierte Schnelltests
Das sind einfache streifenbasierte Schnelltests, vergleichbar mit Schwangerschaftstests, die innerhalb weniger Minuten Ergebnisse liefern.
Klinische Anwendung der Nanoporen-Sequenzierung zur schnellen Vorhersage von Antibiotikaempfindlichkeit, Virulenz und Übertragungsdynamiken
Dabei handelt es sich um eine portable Sequenziertechnologie zur Echtzeitanalyse genetischen Materials von Krankheitserregern.
Analyse immunologischer Merkmale, die mit den Mikrobiomprofilen des Wirts korrelieren, als neuartige Prädiktoren für klinische Verläufe
Solche Analysen erlauben die Untersuchung von Immunreaktionen und Zusammensetzung der Mikroorganismen im Körper, um Krankheitsverläufe besser vorherzusagen.
Identifizierung von Biomarkern für Infektionen mit bislang schlecht definierten Diagnosekriterien
Dafür wird nach messbaren biologischen Signalen gesucht, die das Vorliegen bestimmter Infektionen zuverlässig anzeigen, zum Beispiel bei Harnwegsinfektionen.