Projekt

R-Net: Netzwerk zur Untersuchung multiresistenter Bakterien

Kurzbeschreibung

Evidenz-basierte Maßnahmen zur Kontrolle von Krankenhausinfektionen zu implementieren, hat national und international nach wie vor eine hohe Priorität. Das R-Net-Projekt ist eine Beobachtungsstudie, in der mikrobiologische Resistenzdaten, genomische Daten, epidemiologische und klinische Daten sowie Daten zum Antibiotikaverbrauch über einen Zeitraum von vier Jahren an sechs DZIF-Standorten erhoben werden. Auf diesem Weg können belastbare Aussagen zur Resistenzentwicklung wichtiger Infektionserreger und ihre Bedeutung für das deutsche Gesundheitssystem getroffen werden. Die Daten bilden zudem die Grundlage für weitere Projekte im Forschungsbereich „Krankenhauskeime und Antibiotika-resistente Bakterien“, in denen Infektionskontrollstrategien, Antibiotic-Stewardship-Maßnahmen, Langzeitfolgen von Blutstrominfektionen und automatisierte Ausbruchserfassung untersucht werden. Auch für Projekte in anderen Forschungsbereichen werden die gewonnenen Isolate und genomischen Daten zur Verfügung gestellt.

Ansprechpartner

Im DZIF-Netzwerk „Multiresistente Bakterien“ (R-Net) werden Daten zu unterschiedlichen Interventionen zur Verhinderung von Infektionen in Zusammenhang mit einem Krankenhausauenthalt oder einer stationären medizinischen Maßnahme gesammelt (nosokomiale Infektionen) erhoben. Die Kenntnis grundlegender Resistenz- und Infektionsüberwachungsdaten ist ein wichtiger Schlüssel, um Hotspots zu identifizieren, die eine erhöhte Aufmerksamkeit und gezielte Maßnahmen der Infektionskontrolle erfordern. Dazu zählen Interventionen wie krankenhaushygienische Maßnahmen, Dekolonisierung, Antibiotic Stewardship (ABS) oder die Entwicklung neuer antiinfektiver Substanzen. Um den jeweiligen Effekt besser abschätzen zu können, werden im Rahmen von R-Net an sechs Standorten Daten zur Epidemiologie multiresistenter Bakterien, zur Epidemiologie von Blutstrominfektionen sowie von Clostridium difficile-Infektionen erhoben. Dieses Netzwerk wird als zentrale Datenressource für folgende weitere Projekte genutzt und ist offen für Kooperationen mit externen Partnern:

  • Im Projekt „NoSPREAD“ wird ein Computer-assistiertes Warnsystem entwickelt, um frühzeitig eine gehäufte Übertragung bakterieller Erreger von Krankenhausinfektionen und Ausbrüchen zu entdecken.
  • DZIF-Wissenschaftler im Projekt „TARGET“ verwenden moderne Sequenziertechnologien, um multiresistente Gram-negative Erreger auf Genombasis zu klassifizieren und zu charakterisieren.
  • BLOOMY-PREDICT“ überprüft Prognoseabschätzungen nach Blutstrominfektionen durch multiresistente Bakterien.
  • Der Forschungsschwerpunkt von „AEGON“ liegt auf dem Einfluss von Antibiotikagabe und Infektionskontrollmaßnahmen auf die Verbreitung Vancomycin-resistenter Enterokokken.