Projekt

VRE-LFA: Schneller Nachweis Vancomycin-resistenten Enterococcus faecium mittels Lateral-Flow-Assay

Kurzbeschreibung

Enterococcus faecium ist von Natur aus gegen zahlreiche Antibiotika resistent und kann besonders bei immungeschwächten und anderen vulnerablen Patientengruppen schwer behandelbare Infektionen verursachen. Vancomycin-resistente E. faecium-Stämme (VRE) sind besonders problematisch, da dieses Antibiotikum dann nicht mehr zur Behandlung der Infektion eingesetzt werden kann. Die Resistenz wird durch die Enzymkomplexe VanA oder VanB vermittelt, die die Wirkung von Vancomycin aufheben. Ein Schnelltest, der genau diese Enzymkomplexe sicher nachweist, könnte die Diagnostik verbessern, die Entscheidung für effektive Therapien beschleunigen und so dabei helfen, die weitere Verbreitung von VRE zu vermeiden.

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In diesem Projekt wird in Kooperation mit dem belgischen Industriepartner ↗ Coris BioConcept ein Antikörper-basierter VRE-Schnelltest in Form eines Lateral-Flow-Assays (LFA) entwickelt. Der VRE-LFA soll die Expression der Vancomycin-Resistenzdeterminanten VanA und VanB in E. faecium zuverlässig innerhalb von 15 Minuten nachweisen können und damit die bisherige Diagnosezeit von aktuell bis zu 20 Stunden erheblich verkürzen. 

Für die Entwicklung des VRE-Schnelltests ist neben der Generierung und Testung monoklonaler Antikörper auch die Erzeugung eines geeigneten Lysepuffers, der die Freisetzung der Zielproteine aus E. faecium aus verschiedenen Patientenproben ermöglichen soll, notwendig. Der Prototyp des VRE-Schnelltests wird dann mit verschiedenen klinischen VRE-Isolaten und mithilfe eines In-vitro-Darmmodells evaluiert, um zu zeigen, dass der VRE-LFA VanA- und VanB-vermittelte Resistenzen schnell und zuverlässig detektieren kann. Ziel ist es, den Test gemeinsam mit dem Industriepartner bis zur Marktreife und in die klinische Anwendung zu bringen.

Die Abbildung veranschaulicht den im Projekt VRE-LFA angestrebten Weg hin zu einem schnellen Nachweis von Vancomycin-resistenten Enterococcus faecium (VRE) mittels Lateral-Flow-Assay (LFA). Der Test soll die Enzymkomplexe VanA und VanB innerhalb von etwa 15 Minuten nachweisen und die bisherige Diagnosezeit von bis zu 20 Stunden somit deutlich verkürzen. Ziel ist es, VRE frühzeitig und sicher zu identifizieren, um schneller wirksame Therapien und geeignete Hygienemaßnahmen einleiten zu können.

© DZIF

Am ↗ Institut für Medizinische Mikrobiologie, Immunologie und Hygiene der Uniklinik Köln (IMMIH), wird in einer Anwendungsstudie überprüft, wie sich der Test in den Arbeitsablauf eines Diagnostiklabors integrieren lässt. Langfristig soll der VRE-LFA eine schnellere und kostengünstigere Diagnostik ermöglichen und damit gezielte Hygiene- und Therapieentscheidungen unterstützen.

Das IMMIH und das DZIF können dabei auf gemeinsame Erfahrungen in der translationalen Testentwicklung zurückgreifen. Gemeinsam mit Coris BioConcept brachten sie bereits zwei Schnelltests zur Detektion Carbapenemase-resistenter Acinetobacter baumannii erfolgreich zur Marktreife (OXA-23 K-SeT, 2018, und RESIST-ACINETO, 2022).

Mehr dazu in der Beschreibung der DZIF-Arbeitsgruppe ACTIVATE: Entwicklung antibakterieller Vakzine und Diagnostika.