Kurzbeschreibung

Eine Hantavirus-Infektion ist eine durch Viren der Gattung Orthohantavirus verursachte Zoonose. Die Erreger werden überwiegend durch infizierte Nagetiere auf den Menschen übertragen. Die Erkrankung kann asymptomatisch verlaufen oder schwere Krankheitsbilder mit Nieren- oder Lungenbeteiligung verursachen.

Synonyme
Hantavirus
Hantaviren

Ausführliche Beschreibung

Hantaviren gehören zur Familie der Hantaviridae. Sie werden überwiegend durch das Einatmen virusbelasteter Aerosole aus Urin, Kot oder Speichel infizierter Nagetiere übertragen. Die klinische Ausprägung der Erkrankung wird wesentlich durch den jeweiligen Serotyp bestimmt. Die Inkubationszeit liegt meist zwischen zwei und vier Wochen, kann jedoch zwischen fünf Tagen und acht Wochen variieren. Viele Infektionen verlaufen asymptomatisch oder nur mild und bleiben daher häufig unerkannt. 

Typische Symptome sind plötzliches Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen. Schwere Verläufe können mit Nieren- oder Lungenbeteiligung einhergehen. Eine spezifische antivirale Therapie existiert bislang nicht, die Behandlung erfolgt überwiegend symptomatisch. 

Hantaviren werden in verschiedene Spezies unterteilt, die eng an bestimmte Reservoirwirte angepasst sind. In Deutschland ist das Puumala-Virus mit der Rötelmaus als Reservoirwirt die wichtigste Variante. Während bei den in Europa vorkommenden Hantaviren keine relevante Mensch-zu-Mensch-Übertragung beschrieben ist, wurde sie für bestimmte Linien des in Südamerika vorkommende Andesvirus nachgewiesen. 

Präventiv sind insbesondere Maßnahmen zur Vermeidung des Kontakts mit Nagetierausscheidungen sowie geeignete Schutzmaßnahmen bei Reinigungsarbeiten relevant.

Aktuelle Informationen zum Hantavirus-Ausbruch