Neu auftretende Infektionskrankheiten

Entwicklung von Impfstoffen

Geplant ist die Optimierung und Validierung von bestehenden und neuen Vakzin-Plattformen in Tiermodellen.

Einen wirksamen und sicheren Impfstoff gegen ein neues Virus herzustellen, dauert normalerweise viele Jahre, manchmal gar Jahrzehnte. In jedem Fall zu lange, wenn ein Ausbruch wie beispielsweise die Ebola-Epidemie im Jahr 2014 innerhalb kürzester Zeit viele Menschen tötet. Einen Impfstoff für Ausbrüche dieser Art in kürzerer Zeit bereitzustellen, ist daher das erklärte Ziel dieses Schwerpunkts. Dafür wurden in den vergangenen Jahren sog. Vakzine-Plattformen entwickelt, die nun auf ihre Brauchbarkeit getestet und verglichen werden. Diese Impfstoff-Plattformen beruhen auf etablierten und „entschärften“ Viren, die bereits als Impfstoffbasis im Einsatz sind, z. B. den Masernviren, die dann mit einem entsprechenden Antigen des neuen Virus rekombiniert und somit schnell in eine Notfall-Vakzine umgewandelt werden können.

Notfall-Impfstoffe gegen MERS-Coronaviren, Masern und Grippe

Beim Ebola-Virus hat man beispielsweise mit Hilfe eines vesikulären Stomatitis Virus (VSV) eine solche Plattform geschaffen und mit Antigenen des Ebola-Virus in kurzer Zeit einen wirksamen Impfstoff hergestellt. Er wird bereits mit Erfolg an vielen Menschen getestet. Für das MERS-Coronavirus – das beim Menschen eine schwere Atemwegsinfektion hervorrufen kann – konnten ebenfalls Impfstoffkandidaten generiert werden, von denen einer im Tiermodell erfolgreich vor der Krankheit geschützt hat. In München wurde der Impfstoff auf der Grundlage von modifizierten Vaccinia Virus Ankara (MVA) bereits sehr weit entwickelt und wird nun erstmals am Menschen getestet. Es sollen außerdem neue Vakzine gegen Nipah- und Krim-Kongo-Fieber entwickelt werden.

Parallel zum MVA-Virus werden künstlich hergestellte Masernviren als Impfstoff-Plattform für die schnelle Vakzine im Notfall getestet. Auch sie stehen als Impfstoffkandidat gegen Coronaviren zur Verfügung. Eine erste klinische Studie soll ihre Sicherheit zeigen.

Die internationale Impfstoff-Initiative CEPI fördert das MERS-Impfstoff-Projekt.
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