Projekt

Klinische Kohorten zur HIV-Remission

Kurzbeschreibung

Das Projekt "Klinische Kohorten zur HIV-Remission" wird die laufende Forschung rund um die Behandlung der primären HIV-Infektion (TopHIV-Kohorte) von Patientinnen und Patienten mit akuter HIV-Infektion fortsetzen und erweitern. Neben Studien zur Immunantwort und Reservoirbildung werden ausgewählte TopHIV-Patientinnen und -Patienten in interventionelle klinische Studien mit Immunmodulatoren, wie Checkpoint-Inhibitoren oder breit neutralisierenden Antikörpern eingeschlossen. Hierbei handelt es sich um echte translationale Forschungsinitiativen. Schließlich werden mit Unterstützung der Translationalen Plattform HIV (TP-HIV) seltene und sehr wertvolle Patientengruppen wie Post-Treatment-Controller, Elite-Controller sowie Kontrollgruppen von unbehandelten HIV-Patienten in einem deutschlandweiten Kooperationsnetzwerk für die HIV-Remissionsforschung identifiziert.

Forschungsbereiche
Ansprechpartner

Um die Bildung eines viralen HIV-Reservoirs zu begrenzen, sollte eine HIV-Infektion möglichst früh identifiziert und sofort mit einer antiretroviralen Therapie begonnen werden. Durch diese Strategie kann der Körper HIV-spezifische adaptive Immunantworten ausbilden. Der Entstehung von Fluchtmutanten, die sich der Wirkung von Antikörpern und zytotoxischen T-Lymphozyten (CTL) entziehen, kann entgegengewirkt werden.

Es wird angenommen, dass Patienten mit einer frühen Blockade der HIV-Replikation bereits kurz nach der Infektion bessere Chancen für eine spontane immunvermittelte Kontrolle der viralen Replikation im Falle einer ART-Unterbrechung haben ("Post-Treatment-Controller"). Sie stellen bevorzugte Kandidatinnen und Kandidaten für Immuninterventionen dar, die eine "Remission" nach interventionellen Verfahren wie Latenzumkehrtherapien, Behandlungen mit breit neutralisierenden Antikörpern (bNAbs) oder anderen Immuninterventionen erreichen wollen.

TopHIV

Mit Unterstützung der Translationalen Plattform HIV (TP-HIV) wurde die TopHIV-Gruppe ins Leben gerufen, um Menschen mit primärer HIV-Infektion aus Partnerzentren in ganz Deutschland zu identifizieren und aufzunehmen. Neue Behandlungsstrategien werden hier zügig in die Testung gebracht. Mithilfe interdisziplinärer Ansätze untersucht TopHIV unter anderem die Bildung des Virusreservoirs – also von im Körper versteckten, aktiven HI-Viren. Dabei werden Zusammenhänge mit angeborenen oder adaptiven Immundysfunktionen und Mikrobiomstörungen im Verdauungstrakt von Patienten mit akuter HIV-Infektion genau in den Blick genommen.

Die Ziele von TopHIV

Im Fokus von TopHIV steht die Identifikation von Therapiestrategien, welche es erlauben, die antiretrovirale Therapie zu unterbrechen, ohne dass die Viruslast wieder ansteigt.

Die Ziele im Einzelnen:

  1. Standard-ART-Kombinationen zu definieren und Biomaterialien für nationale und internationale Kooperationen zu sammeln;
  2. Ein besseres Verständnis der Reservoir-Bildung, der systemischen Entzündungsreaktion und der ART-vermittelten Wiederherstellung des Immunsystems in der frühen Phase der HIV-Infektion zu schaffen;
  3. Veränderungen des Darmmikrobioms und der Schleimhautbarriere während einer akuten HIV-Infektion zu untersuchen.