Projekt

Corallopyronin A – Entwicklung bis zur Phase I-Studie

Kurzbeschreibung

Mehr als 21 Millionen Menschen in Afrika sind mit dem Fadenwurm Onchocerca volvulus, dem Erreger der Flussblindheit, infiziert. Etwa jeder Zehnte der Betroffenen erblindet. Benötigt werden Wirkstoffe, die die langlebigen erwachsenen Würmer abtöten. Mit Corallopyronin A haben DZIF-Wissenschaftler einen Wirkstoff gefunden, der genau das leisten kann. Das Naturstoff-Antibiotikum zerstört zunächst nicht die Würmer selbst, sondern die Bakterien, die als Symbionten in den Würmern leben. Da die Bakterien jedoch für das Überleben der Würmer notwendig sind, sterben diese im zweiten Schritt ebenfalls ab. Die Substanz wird nun zu einem Medikament weiterentwickelt. Derzeit werden präklinischen Versuche durchgeführt. Der Produktionsprozess für ein qualitativ hochwertiges Corallopyronin A nach Arzneimittelstandard (GMP) ist bereits etabliert. In einer Machbarkeitsstudie wird die Skalierbarkeit dieses Prozesses geprüft.

Forschungsbereiche
Ansprechpartner

Das aus einem Umweltbakterium stammende Corallopyronin A wurde bereits in den 80er Jahren von Wissenschaftlern am Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung als wirksames Antibiotikum gegen Staphylokokken erkannt. Als dann an der Bonner Universität das Team um Prof. Achim Hörauf die Wirksamkeit gegen Filarien entdeckte, die insbesondere in Afrika und anderen tropischen Gebieten verheerende Folgen für Betroffene haben, nahmen die Wissenschaftler aus dem DZIF die Substanz für eine Anwendung näher in den Blick. Die translationale Forschung befindet sich derzeit in der Endphase der präklinischen Testung von Corallopyronin A. Das Antibiotikum ist gegen zahlreiche Bakterien (grampositive und intrazelluläre gramegative Bakterien) und gegen Würmer aus der Gruppe der Filarien wirksam.

In Zusammenarbeit mit dem HZI konnte bereits ein biotechnologischer Prozess etabliert werden, mit dem der Wirkstoff in ausreichender Konzentration und Reinheit für die Toxizitätsprüfungen produziert werden kann. Eine Herstellerfirma, die das Antibiotikum in großem Maßstab auch für klinische Prüfungen produzieren kann, wird derzeit gesucht. Man ist mit mehreren internationalen Interessenten im Gespräch.